Alles deutete darauf hin, dass die diesjährige F1-Meisterschaft längst entschieden war. Beim letzten Rennen in Deutschland schlug Ferrari jedoch mit voller Wucht zurück, denn die Roten aus Maranello zeigten in Hockenheim eine bessere Form als Mercedes. Zumindest was die Geschwindigkeit angeht. Bis zum Schock im Qualifying dominierte Ferrari alle Trainingseinheiten.
Im verregneten Sonntagsrennen gelang es Sebastian Vettel, den Punkterückstand (sowohl seinen eigenen als auch den des Teams) hinter dem dominanten Mercedes zu verringern, indem er vom zwanzigsten Platz auf die letzte Sekunde vorrückte. Denn die Silberpfeile erlebten einen dunklen Tag und gingen nur dank der Strafe für das Alfa-Romeo-Team nicht mit leeren Händen da.
Ferrari liegt in der Meisterschaft immer noch mehr als 140 Punkte hinter Mercedes, aber die Pace, die sie in Deutschland hatten, stimmt sie mit Optimismus. Viele Beobachter führen diese gute Ferrari-Form jedoch auf die Streckenführung in Hockenheim zurück, die angeblich dem SF90 entgegenkommt.
Das letzte Rennen vor der Sommerpause, das in Ungarn ausgetragen wird, stellt somit eine neue Bewährungsprobe dar. Schließlich gibt es auf dem Hungaroring eine Reihe langsamer Kurven, genau die Art von Kurven, die dieses Jahr – das Fehlen von Vakuum – die Schwächen des SF90-Renners deutlich gemacht haben. Aber Ferrari geht optimistisch in diesen Test. „Es wird wichtig sein zu sehen, ob dieses Rennen eine weitere Bestätigung dafür ist, dass sich unser Auto auf verschiedenen Streckentypen verbessert hat“, sagte Teamchef Mattia Binotto über das Rennen in Ungarn.
Dazu werden – anders als beim letzten Rennen – Verbesserungen auf den Hungaroring gebracht. „Wir werden uns auf die verschiedenen Elemente verlassen können, die wir zuletzt am Rennwagen verbaut haben, und wir bringen auch neue aerodynamische Verbesserungen mit“, prognostiziert Binotto.
Doch Ferrari muss nach dem letzten Crash in der Hockenheim-Qualifikation nun einen genauen Blick auf die Zuverlässigkeit werfen. "Natürlich. Wir konzentrieren uns auf die neuesten Zuverlässigkeitsprobleme, um sicherzustellen, dass so etwas nicht noch einmal passiert.“ Denn Zuverlässigkeit ist am Hungaroring, wo traditionell hohe Temperaturen herrschen, sehr wichtig. „Hungaroring ist eine Strecke, auf der Kühlung ein sehr wichtiger Faktor ist. „Zu diesem Zeitpunkt ist es dort höllisch heiß, was verständlicherweise nicht hilfreich ist“, warnt auch Sebastian Vettel.
