An unserem verlängerten Wochenende durften wir uns ans Steuer eines renovierten Renault Captur setzen und um die Zeit optimal zu nutzen, machten wir einen kurzen Ausflug von Goričko nach Lendava.
Der Captur hat die Herzen der Slowenen seit seiner Markteinführung im Jahr 2013 erobert und sich neben dem bereits etablierten Clio zu einem echten Bestseller entwickelt. Im Jahr 2024 erreichte er mit 1.604 Zulassungen einen schmeichelhaften dritten Platz in den slowenischen Verkaufscharts, sein älterer, aber kleinerer Bruder, der Clio, erreichte mit 2.299 Zulassungen jedoch den ersten Platz. Im letzten Jahr wurde der Captur einem Facelift der zweiten Generation unterzogen, das ein neues Aussehen, eine andere Fahrwerksabstimmung und technische Lösungen mit sich brachte, die wir auf unserer relativ kurzen Reise testen konnten.
Unsere Sonntagsrunde beginnt auf der bereits bekannten Regionalstraße von Ormož nach Ljutomer, die sich im Laufe der Jahre als ziemlich guter Test für die Autofederung erwiesen hat. Auf solchen Straßen fährt sich der Captur noch immer sehr weich und damit komfortabel, dämpft kurze Unebenheiten zwar etwas harsch, doch auch dies bleibt dank der angenehm weichen und bequemen Sitze recht gut verborgen und fällt nicht im Geringsten als störend auf. Von Ljutomer bis zum ersten Stopp Grad Grad trennen uns noch gut 40 km, die mir zwar relativ nah an der Heimat liegen, jedoch völlig unbekannt sind. Wie sich zeigt, ist der Captur für solche Fälle ein sehr guter Begleiter, denn die aktualisierte Version verfügt über eine mit Google aktualisierte Infotainment-Schnittstelle. Navigationssysteme sind in den letzten zehn Jahren zu einer fast schon selbstverständlichen Ausstattung in Autos geworden, die integrierten Google Maps des Captur verdienen jedoch einfach nur Lob. Die Benutzeroberfläche entspricht exakt der auf unseren Mobilgeräten und ist daher sehr übersichtlich und einfach zu bedienen. Wenn Sie mit Ihrem Google-Konto verbunden sind, merkt es sich auch Suchanfragen von Ihrem Mobilgerät, was Ihnen in vielen Fällen dabei helfen kann, Ihre Augen länger auf der Straße zu behalten.


Der erste Halt war die Burg Grad, eine der umfangreichsten feudalen Anlagen Sloweniens. Im Laufe der Jahrhunderte gehörte es den Templern, Adelsfamilien und war Schauplatz historischer Schlachten. Heute beherbergt es den Landschaftspark Goričko, einen Hochzeitssaal, Museumssammlungen und lokale Handwerkswerkstätten. Da wir vor der Öffnung dort ankamen, hatten wir leider keine Gelegenheit, einen Blick darauf zu werfen, aber mangels Andrang konnte Captur ungestört vor dem Schloss selbst für die Kamera posieren.





Wir setzten unsere Reise in Richtung Lendavske gorice fort und bis dorthin bot Goričko wunderschöne Straßen – perfekt, um die Fahrdynamik des Captur zu testen. Ja, es stimmt, die Fahrdynamik steht bei den meisten Captur-Käufern nicht gerade weit oben auf der Wunschliste, aber Straßen wie diese können in Verbindung mit Renaults Behauptungen einer verbesserten Fahrdynamik nur zu einem Test der Dynamik führen. Das Auto neigt sich in Kurven ziemlich stark, wird dadurch aber gleichzeitig nicht aus der Kurve herausgedrückt, was dem Fahrer ein zusätzliches Sicherheitsgefühl vermittelt. Die Lenkung ist angenehm gewichtet und ausreichend präzise, im Sportmodus wird sie noch straffer und etwas direkter. Bei dieser Fahrweise beginnt das Auto aufgrund der europäischen Gesetzgebung natürlich schon bei Kilometerüberschreitungen zu piepen, Renault hat dies jedoch elegant mit der programmierbaren My Safety Perso-Taste gelöst, mit der der Fahrer durch zweimaliges Drücken des physischen Schalters alle ihn störenden Assistenzsysteme ausschalten kann. Renault, lobenswert.


Auch das Rad hat uns auf unserer Reise nicht enttäuscht, im Gegenteil. Angetrieben wurde das Testfahrzeug von einem 1,3-Liter-Vierzylindermotor, der die Kraft über ein 6-Gang-Schaltgetriebe an die Vorderräder überträgt. Der Motor ist flexibel, leise und angenehm federnd. Positiv überrascht hat uns seine Drehzahlfreudigkeit, denn bereits ab 1.600 U/min „jault“ er überhaupt nicht, was man bei gemächlicher Fahrweise sehr zu schätzen weiß. Auch mit vier Erwachsenen beladen ist er noch stabil genug. Es ist erwähnenswert, dass sich auch die Personen auf den Rücksitzen nicht beschwerten. Der Gesamtverbrauch unserer Reise betrug 7,1 l/100 km, was angesichts unserer nicht ganz so sparsamen Fahrweise in der Umgebung von Goričko ein solider Wert ist.

















Als letzten Halt wählten wir den Vinarium-Turm in Lendavske gorice, oder anders gesagt den Eiffelturm von Pomurje. Wir nahmen uns kurz Zeit für einen Kaffee am Turm und genossen den Ausblick auf die Weinlandschaft. Obwohl wir ihn aufgrund der schlechten Wetterbedingungen nicht bestiegen haben, konnten wir seine gesamten 53,3 Meter Höhe von unten bewundern.


Der Captur hat sich als sehr vernünftiges Auto erwiesen. Mit seinem angenehmen Motor, dem komfortablen Fahrgefühl, dem guten Platzangebot und der benutzerfreundlichen Technik bewies er schnell, warum er in Slowenien so beliebt ist. Der Einstiegspreis für den TCe 140-Motor und das Ausstattungspaket Techno beträgt 25.490 Euro, das Testmodell mit umfangreicher Zusatzausstattung ist für 28.720 Euro zu haben. Der Einstieg in die Welt des Captur geht aber auch günstiger: Das Basismodell mit TCe 90-Motor ist bereits ab 21.790 Euro zu haben.

