Ein kulinarischer Kurzurlaub mit einem verspielten elektrischen Mini

Autos und gutes Essen passen ungefähr so ​​gut zusammen wie geröstete Kastanien und ein kühler Herbstabend. Deshalb haben wir uns diesmal auf eine Reise begeben, deren Hauptzweck darin bestand, unseren Gaumen zu verwöhnen.


Obwohl wir Slowenen mit nur zwei Millionen Einwohnern ein kleines Land sind, geizen wir nicht mit kulinarischen Genüssen – ganz im Gegenteil. Um Spitzenküche einem noch breiteren Publikum zugänglich zu machen, veranstalten wir zweimal jährlich – im Frühling und im Herbst – die Restaurantwoche, an der die besten Köche und Restaurants Sloweniens teilnehmen. Hauptziel dieser Kampagne ist es, zu beweisen, dass Spitzenküche nicht zwangsläufig sündhaft teuer oder nur der Elite vorbehalten sein muss, sondern auch für uns Normalsterbliche erschwinglich ist.


Der Herbsttermin der diesjährigen Kampagne fiel perfekt mit unserem Test des Mini Aceman zusammen, der uns zu einem kulinarischen Herbstabenteuer einlud. Wie wir bereits im Testbericht erwähnten, positioniert sich der Aceman als Bindeglied zwischen Cooper und Countryman und ist zudem das erste Mini-Modell, das ausschließlich auf einer elektrischen Plattform basiert. Das Motorengeräusch gehört beim Aceman der Vergangenheit an, und die Ingenieure haben versucht, die Klangkulisse durch künstliche Sounds beim Beschleunigen und Bremsen abwechslungsreicher zu gestalten. Diese sind zwar stets unterschiedlich und vor allem interessant, könnten aber nach wenigen Kilometern für viele zu aufdringlich werden. Glücklicherweise lassen sie sich jedoch auch sehr einfach abschalten. Wir möchten betonen, dass wir nicht den „normalen“ Aceman, sondern die JCW-Version, das Topmodell der Baureihe, getestet haben. Mit einem einzelnen Elektromotor an der Vorderachse, der 250 PS und 330 Nm Drehmoment erzeugt, wenn die Boost-Taste gedrückt wird, beschleunigt er in 6,2 Sekunden auf 100 km/h, was zwar nicht brutal ist, aber zweifellos mehr als ausreichend für alle Aspekte des Fahrens, einschließlich dynamischer Fahrmanöver.

Dieses Mal entschieden wir uns für das Restaurant Spargus in Slovenske Konjice. Wir fuhren über die Autobahn A1/E57 Richtung Ljubljana dorthin, obwohl der Aceman Autobahnfahrten nicht mag. Dafür gibt es mehrere Gründe, der Hauptgrund ist jedoch der zu hohe Verbrauch auf der Autobahn, der alle 200 km einen Tankstopp nötig macht. Auch das Fahrwerk enttäuschte uns, da es auf den vielen Unebenheiten des Autobahnnetzes etwas zu unruhig ist, um wirklich komfortabel zu sein. Zum Glück bietet der Aceman gegen Aufpreis einen beneidenswert guten adaptiven Tempomat, der vom Mutterkonzern des Mini – BMW – übernommen wurde. Doch als wir die Autobahn an der Ausfahrt Slovenske Konjice verließen und über kurvenreiche Nebenstraßen zum Kloster Žička kartuzia fuhren, wo sich auch das Restaurant Spargus befindet, zerstreute der Aceman mit seiner exzellenten Kurvenlage all unsere Bedenken gegenüber Autobahnfahrten. Hier fühlt sich der Aceman am wohlsten – er flitzt spielend durch Kurven, denn mit seinem niedrigen Schwerpunkt und dem extrem straffen Fahrwerk in der JCW-Version ist er genau dafür konzipiert. Da die Vorderachse durch den starken Motor stark belastet wird, ist beim Herausbeschleunigen aus Kurven besondere Vorsicht geboten, damit die Vorderräder nicht die Haftung verlieren. Glücklicherweise ermöglicht der Antrieb des Aceman eine stufenlose Leistungsdosierung, die dieses Problem weitgehend beheben kann. Doch aufgrund unserer Ungeduld angesichts der bevorstehenden Fahrt traten wir etwas beherzter aufs Gaspedal als sonst.

Wie bereits erwähnt, liegt unser heutiges Ziel im Herzen des historischen Kartäuserklosters Žička und des ältesten Gasthauses Sloweniens – Gastuž. Das Kartäuserkloster gilt als eines der ältesten Klöster seiner Art in Europa. Besucher können einen Einblick in den Alltag hinter den Mauern des einst abgeschlossenen Klosterlebens gewinnen, Ausstellungen besuchen oder einfach die Stille dieses Ortes genießen, an dem die Zeit stillzustehen scheint. Das Gasthaus Gastuž, direkt neben dem Kartäuserkloster gelegen, blickt auf eine lange Geschichte zurück und ist auch heute noch in Betrieb. Im Obergeschoss befindet sich das Restaurant Spargus – das uns dieses Mal hierher geführt hat.

Und nun endlich zum Wesentlichen: dem Essen! Eine der Teilnahmebedingungen der Restaurantwoche ist, dass das Menü aus mindestens drei Gängen bestehen muss. Doch diesmal servierte Küchenchef Andrej Smogavc vom Restaurant Spargus ein Vier-Gänge-Menü, das als Sechs-Gänge-Menü präsentiert wurde – die Begrüßung und das Dessert waren in zwei Phasen unterteilt, wodurch die Gäste den Eindruck hatten, ein umfangreicheres Menü zu genießen. Die Begrüßung, die wir üblicherweise als einfachen Happen kennen, bestand diesmal aus vier separaten Komponenten – sie war nicht nur mengenmäßig reichhaltig, sondern vor allem geschmacklich außergewöhnlich. Besonders beeindruckt hat uns das Forellentartar mit Forellenkaviar, das mit einem der komplexesten Aromen serviert wurde, die ich je erlebt habe. Als kalte Vorspeise bereitete der Küchenchef Rindertartar mit schwarzem Knoblauch und Eigelb zu, alles in Nori-Algenblätter gewickelt – die wir vom Sushi kennen. Als Hauptgang folgte der Krškopolje-Schweinebauch, dessen Star das Gericht war. Er wurde 20 Stunden lang sous-vide gegart und mit einer Pflaumensauce verfeinert. Zugegeben, als ich hörte, dass es Schweinebauch als Hauptgang geben würde, war ich zunächst skeptisch – ich bin nicht gerade ein großer Fan davon. Doch schon nach dem ersten Bissen war klar, dass alle Zweifel unbegründet waren; Geschmack und Textur sprachen für sich. Zum Abschluss des Abends wurde das Dessert in zwei Gängen serviert: zuerst Tiramisu in Form einer Kaffeetasse und direkt im Anschluss weißes Schokoladen-Birnen-Sorbet – letzteres beeindruckte uns besonders. Der Preis für all das? 32 Euro pro Person. Zugegeben, das ist kein Pappenstiel, aber angesichts der Qualität der Zutaten und der Komplexität der Aromen wird schnell deutlich, dass es sich um gut angelegtes Geld handelt. Nicht in Kryptowährungen, nicht in Aktien – sondern in etwas, das viel mehr wert ist: in dir selbst.


Auf unserer genussvollen Reise legten wir insgesamt 150 Kilometer zurück, wodurch der Aceman bald wieder Strom benötigen würde. An einer Schnellladestation kann der Akku im vorkonditionierten Zustand mit maximal 95 kW geladen werden, was recht bescheiden ist. Dank der ebenfalls bescheidenen Akkukapazität von 49,2 kWh lässt sich der Aceman jedoch in knapp einer halben Stunde von 20 auf 80 Prozent aufladen, was durchaus akzeptabel ist.

Wenn man aus diesem kulinarisch-automobilen Abenteuer etwas lernen kann, dann dies: Manchmal muss man einfach irgendwohin fahren – weg vom Alltag, egal ob in einem schicken Elektro-Mini oder einem älteren Wagen, der noch nach Benzin riecht. Und wenn man am Ende der Reise mitten in einem mittelalterlichen Kloster steht und ein Teller mit köstlichem Essen vor sich hat, dann hat man ganz klar die richtige Entscheidung getroffen. Herbstfarben für die Augen, gutes Essen für den Gaumen und das Auto – nun ja, diesmal war es nur ein Vorwand, überhaupt irgendwohin zu fahren.

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