VW Passat B2 (1985): Vor 40 Jahren gab es eine umfassende Neugestaltung.

Erinnern Sie sich an Ihr erstes bewusstes Auto? Für manche war es ein VW Passat Variant mit 75 PS in Wunschfarbe. Vor 40 Jahren kostete er mit Extras rund 23.000 Mark. Und „Extras“ ist relativ: luxuriöse GL-Ausstattung, Lackierung, Gamma-Radio. Das war’s.

1985 erfuhr der Passat B2 ein umfassendes Facelift. Die Stoßfänger wurden durch kunststoffbeschichtete Stoßfänger ersetzt, die sich bis zu den Radläufen erstreckten. Der Kühlergrill wurde neu gestaltet und mit Halogen-Breitbandscheinwerfern ausgestattet. Der 4,42 Meter lange Schrägheckwagen erhielt neue horizontale Rückleuchten, und die Heckscheibe wurde vergrößert und war nun eingeklebt statt wie zuvor in einen Gummirahmen eingelassen.

Claus Seibel, langjähriger Nachrichtensprecher des ZDF, erklärt in einem halbstündigen Video für Händler alle Neuerungen. Obwohl das Design komplett von VW stammt, soll es völlig natürlich wirken. Überzeugen Sie sich selbst (das Titelbild zeigt den Passat vor dem Facelift):

Im selben Jahr wurde die Modellpalette angepasst: Das zweitürige Modell entfiel, und der neue Topmotor war ein 2,2-Liter-Fünfzylinder mit 136 PS von Audi. Außerdem wurde die Schrägheckversion, die zuvor als Santana erhältlich war, in Passat umbenannt. 1986 wurden die zusätzlichen Ausstattungsoptionen gestrichen. Der 1,3-Liter-Motor und die höherwertige Ausstattungslinie Carat wurden eingestellt.

Die Produktion des Passat B2 endete am 31. März 1988; lediglich die Version mit synchronisiertem Allradantrieb lief noch bis Juli vom Band. Insgesamt wurden 3.345.248 Fahrzeuge in Deutschland gebaut. Besonders erfolgreich war die 4,54 Meter lange Variante mit einem Marktanteil von 60 Prozent. Die beliebteste Motorisierung war der 1,8-Liter-Benzinmotor mit 90 PS.

VW produzierte 1985 fast genau 100.000 Passat Schrägheckmodelle, was insgesamt gut 200.000 Einheiten dieser Mittelklasse-Baureihe entsprach. Im August 1986 begannen die Preise bei 19.580 Mark für den Passat CL 1.6 mit 75 PS und Standardbereifung der Dimension 165 R 13 S; das Topmodell war der Variant Syncro GT mit einem 2,0-Liter-Fünfzylinder-Motor und 115 PS für 35.800 Mark. Auch hier waren 14-Zoll-Reifen die größte ab Werk erhältliche Radgröße.

Das B2-Modell ist international weit verbreitet: In den USA und Brasilien wird es als Quantum, in Mexiko als Corsar und in Argentinien als Carat angeboten. In Brasilien werden zudem leicht modifizierte Versionen unter der Marke Ford produziert – beispielsweise der Versailles mit Stufenheck und der Royale als Schrägheck, ein Ergebnis des Projekts Autolatina.

In China wurde der Passat B2 unter dem Namen Santana sowohl als Schrägheck als auch als Coupé angeboten. Eine Langversion des stark überarbeiteten brasilianischen Santana ist dort ebenfalls erhältlich. In Japan wird der Nissan Santana angeboten.

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