Badge-Engineering (schon wieder) wird bei Autoherstellern immer beliebter.

Hersteller tauschen Kreativität gerne gegen Copy-Paste-Taktiken ein, aber die Kunden lassen sich oft nicht täuschen.

Badge-Engineering erlebt ein fulminantes Comeback, da Hersteller Kosteneinsparungen der Originalität vorziehen. Zwar ist diese Praxis nicht neu – General Motors war einst dafür bekannt –, doch moderne Ausprägungen werden immer deutlicher. Toyota und Subaru sind derzeit die aggressivsten Vertreter dieser Richtung und haben ihre Partnerschaft weit über die Zwillingsmodelle GR86/BRZ und bZ4X/Solterra hinaus erweitert. Die Kooperation umfasst nun auch den Toyota C-HR und bZ Woodland sowie die nahezu identischen Subaru-Modelle Uncharted und Trailseeker. Damit stehen aktuell vier fast identische SUVs in den Ausstellungsräumen.

In Europa setzt Ford mit einer ähnlichen Strategie aufs Überleben, allerdings mit bisher katastrophalen Ergebnissen. Der Konzern mit dem blauen Oval hat den Explorer EV – zu einem Preis von rund 45.000 Euro – und den wiederbelebten Capri auf den Markt gebracht; technisch sind beide im Wesentlichen Kopien der Volkswagen-Modelle ID.4 und ID.5. Die enttäuschenden Verkaufszahlen zwangen den Hersteller zu einer drastischen Produktionskürzung im Kölner Werk. Trotz dieses Rückschlags kehrt Ford nicht zur Unabhängigkeit zurück, sondern verstärkt seine Investitionen durch die Ankündigung einer neuen Partnerschaft mit Renault zur Produktion zweier neuer Elektrofahrzeuge in Frankreich bis 2028.

Nissan hat unterdessen den Rogue Plug-in-Hybrid für das Modelljahr 2026 vorgestellt. Es handelt sich dabei um einen leicht überarbeiteten Mitsubishi Outlander PHEV, der bis auf das Markenlogo fast alles mit diesem teilt. Zwar bietet er eine solide Ausstattung mit 185 kW (252 PS), 450 Nm Drehmoment und 61 km elektrischer Reichweite, doch offenbart er einen besorgniserregenden Mangel an Innovation. Da der Markt mit solchen „Klonen“ überschwemmt wird, verschwimmen die Grenzen zwischen den Marken, und Verbraucher fragen sich, ob sie ihren Aufpreis für das Markenlogo zahlen und nicht für ein wirklich eigenständiges Auto.

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