Smart Forfour (2004–2006): Ein zukünftiger Klassiker?

Die Geschichte wiederholt sich: Das heutige „China-Smart“ bietet eine breite Modellpalette in allen Größen an. Im Jahr 2026 wird der #2 vom Fortwo abgelöst, während auf der anderen Seite ein großes SUV wie der #5 steht. Ähnliche Pläne hatte die Marke bereits vor gut 20 Jahren.

Der erste Smart Forfour wurde Ende April 2004 vorgestellt. Der fünftürige Kleinwagen bot vier Sitze, optional auch fünf. Mit dem 3,75 Meter langen Modell erweiterte Smart seine Produktpalette erstmals um ein Fahrzeug mit mehr als zwei Sitzen. Die erste Generation (W 454) wurde in Zusammenarbeit mit Mitsubishi entwickelt und basierte auf der Plattform des Colt der sechsten Generation. Rund 40 Prozent der Komponenten waren in beiden Modellen identisch. Der Forfour wurde bis Juli 2006 von Netherlands Car BV (NedCar), einer Mitsubishi-Tochtergesellschaft, in Borne, Niederlande, produziert.

Das Design ist unverwechselbar: Optional zweifarbig, der Tridion-Sicherheitsrahmen ist, wie beim Fortwo, in Kontrastfarbe gehalten, und Doppelscheinwerfer sind seit dem Facelift erhältlich. Auch die hinteren Türen mit ihren runden Rückleuchten erinnern an das kleinere Modell. Typische Markenelemente wie die ausgeprägte Türkontur und die charakteristische Tridion-Zelle sind schon von Weitem erkennbar. Eine markante Sicke in der Mitte der Tür rundet den Look ab. Auch der Innenraum des Forfour greift typische Smart-Elemente der damaligen Zeit auf und präsentiert sich bei Bedarf farbenfroh. Dank der größeren Karosserie bietet der Smart Forfour mehr Gepäckraum. Serienmäßig sind es 270 Liter. Bei umgeklappten Rücksitzlehnen entsteht eine ebene Ladefläche von 1285 x 996 Millimetern mit einem Ladevolumen von bis zu 975 Litern. Wird auch die Beifahrersitzlehne umgeklappt, beträgt die maximale Ladelänge sogar 2,22 Meter.

Der Forfour kann mit sogenannten „Readyspace“-Sitzen ausgestattet werden. Die Türpolster der Rücksitze lassen sich mit einer Bewegung drehen und absenken. Dadurch erhöht sich die Ladehöhe um zwölf Zentimeter. Die fast 90 Grad öffnenden Hecktüren erleichtern das Be- und Entladen. Die Rücksitzbank ist um 15 Zentimeter verschiebbar, die Rückenlehnen sind im Verhältnis 1:2 geteilt und lassen sich separat in der Neigung verstellen.

Der Motor ist vorn eingebaut und treibt die Vorderräder an. Das Chassis ist steif konstruiert. Vorn kommt eine Einzelradaufhängung mit MacPherson-Federbeinen zum Einsatz, hinten eine Verbundachse. Der Tank fasst 47 Liter, davon sind fünf Liter Reserve. Je nach Motorisierung liegt der Verbrauch bei etwa 4,5 Litern Diesel oder zwischen 5,4 und 6,8 ​​Litern Superbenzin, bei einem Leergewicht von 965 bis 1165 Kilogramm. Es stehen ein 5-Gang-Schaltgetriebe oder ein automatisiertes, sequenzielles 6-Gang-Getriebe zur Verfügung.

Die Benzinmotoren beider Fahrzeuge werden in Kölleda in Thüringen gefertigt. Zum Marktstart stehen zwei Vierzylindermotoren mit 1,3 Litern Hubraum und 70 kW (95 PS) Leistung sowie ein 1,5-Liter-Motor mit 80 kW (109 PS) Leistung zur Verfügung. Im Juni 2004 wird ein 1,1-Liter-Dreizylinder mit 55 kW (75 PS) Leistung eingeführt. Für das Modelljahr 2005 wird die Motorenpalette um eine 47 kW (64 PS) starke 1.1-Liter-Variante erweitert. Das Topmodell Brabus verfügt über 1,5 Liter Hubraum, Turboaufladung und 130 kW (177 PS).

Zwei Dieselmotoren (OM 639) mit 1,5 Litern Hubraum waren ebenfalls erhältlich. Sie leisteten 50 kW (68 PS) bzw. 70 kW (95 PS) und basierten auf den Motoren der Mercedes A-Klasse. Die Dreizylinder-Motoren verfügten über Common-Rail-Einspritzung. Das maximale Drehmoment betrug 160 Nm bei 1600 U/min bzw. 210 Nm bei 1800 U/min. Beide Motoren erreichten ihre maximale Leistung bei 4000 U/min. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 160 km/h bzw. 180 km/h. Smart plante, 2004 50.000 Einheiten zu verkaufen, bei voller Produktionskapazität sollten jedoch jährlich 80.000 Fahrzeuge abgesetzt werden. Tatsächlich wurden 2004 insgesamt 59.100 Forfour zugelassen. 2005 sanken die Verkaufszahlen auf 43.700 Einheiten. Zwischen 2003 und 2007 wurden in Deutschland insgesamt 44.302 neue Smart Forfours zugelassen. Das beste Verkaufsjahr war 2005 mit 17.543 Einheiten.

Angesichts der rückläufigen Entwicklung beschloss DaimlerChrysler am 24. März 2006, die Produktion einzustellen. Am 1. und 2. Juli 2006 lief der letzte fünfsitzige Smart im Werk Born vom Band. Seitdem besteht die Modellpalette der Marke ausschließlich aus dem Fortwo. Es erscheint wahrscheinlich, dass der Forfour der überarbeiteten A-Klasse von 2004 für Mercedes zu ähnlich ist und ihr Marktanteile abnehmen könnte.

Die ursprünglichen Pläne waren völlig anders. Die Pläne sind ambitioniert: Der Smart Formore, der dem Forfour optisch ähnelt, ist als kompakter SUV mit Allradantrieb konzipiert. Er basiert auf der Plattform der Mercedes C-Klasse und soll architektonisch mit der späteren GLK-Klasse verwandt sein. Geplant sind Motoren vom 1,8-Liter-Vierzylinder-Reihenmotor bis zum 3,0-Liter-V6, inklusive Dieselvarianten. Die Produktion soll im brasilianischen DaimlerChrysler-Werk in Juiz de Fora erfolgen.

Der Formore sollte Smarts Markteintritt in den USA als kompakter SUV mit vier bis fünf Sitzen markieren. DaimlerChrysler entschied sich jedoch für einen begrenzten Markteintritt ausschließlich mit dem Fortwo. Im April 2005 wurde die Entwicklung des Formore aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Eine Konzeptversion war ursprünglich für die IAA 2005 geplant, wurde dort aber nicht präsentiert. 2009 tauchte das Fahrzeug in einem Mercedes-Benz-Lager in Deutschland auf. Erst 2019 wurde das Konzept im Rahmen eines offiziellen Fotoshootings für Smart Studies der Öffentlichkeit vorgestellt.

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