Machen wir uns nichts vor: Der Jeep Renegade hatte nie den besten Ruf und fuhr sich auch nicht besonders gut. Trotzdem blieb er rund elf Jahre im Programm. In dieser Zeit wurden in Deutschland über 50.000 Einheiten verkauft. Die Leistung spielte dabei wohl eine eher untergeordnete Rolle. Der stärkste Renegade war zuletzt ein 4xe Plug-in-Hybrid mit 240 PS. Doch der amerikanische Besitzer hatte offenbar eine ganz andere Meinung zur Leistung.
Die Idee, einen Jeep Renegade für ein kompromissloses Leistungs-Upgrade zu nutzen, sollte man sich gut überlegen. Dieses Exemplar leistet über 500 (!) PS, hat eine extrem breite Karosserie und ein Interieur im Rennsport-Stil. Und das alles in einem Renegade! Hinter dem Projekt steckt der Instagram-Nutzer lunchie_b, der Jeeps zweitkleinsten SUV weit über seinen ursprünglichen Zweck hinaus erweitert hat.
Die größte Überraschung verbirgt sich natürlich unter der Motorhaube. Statt des serienmäßigen Vierzylinders arbeitet nun ein 5,7-Liter-Hemi-V8. Dieser Motor kommt auch in Modellen wie dem Challenger, Charger und Ram 1500 zum Einsatz. Der Hersteller gibt keine konkreten Leistungsdaten an. In der Serie erreicht der Hemi jedoch bereits fast 400 PS. In Verbindung mit zahlreichen Leistungsmodifikationen erscheint eine Leistung von über 500 PS realistisch.
Diese Leistungswerte erfordern noch Optimierungspotenzial. Der Besitzer verbaute ein Differenzial und Sechskolben-Brembo-Bremssättel aus einem Charger Hellcat. Der Renegade fährt nun mit Hinterradantrieb. Dadurch erreichen Fahrleistungen und Bremswerte das Niveau eines Sportwagens. Gleichzeitig erforderte der Umbau umfangreiche strukturelle Eingriffe und zahlreiche Sonderanfertigungen.
Auch in puncto Technologie lässt der Renegade nichts zu wünschen übrig. Er hat ein wahrlich imposantes Widebody-Kit mit stark verbreiterten Kotflügeln und neuen Stoßfängern erhalten. Man kann sagen, dass das Auto extrem stabil auf der Straße liegt. Sein Erscheinungsbild erinnert eher an ein extremes Showcar als an ein urbanes Crossover-Modell. Auch bei den Rädern und Reifen hat der Designer keine Kosten und Mühen gescheut. Die goldenen Felgen wirken sehr breit und konkav. Sie sind mit Reifen der Dimension 275/40 R20 vorn und 305/35 R20 hinten bestückt.
Viele zusätzliche Bauteile wurden im 3D-Druckverfahren hergestellt. Dadurch konnte der Designer spezielle Komponenten entwickeln, die exakt auf dieses Projekt zugeschnitten sind. Dies reicht von den Tragbalken bis hin zu den kleinsten Details, die nicht käuflich erworben werden können.
Auch der Innenraum wirkt ziemlich radikal. Die Seriensitze wurden durch Sparco-Sitze ersetzt. Zusätzliche Displays an der A-Säule zeigen wichtige Motordaten an. Kabelbaum, Bedienelemente und sogar der Automatikwählhebel stammen vom Dodge Charger. Die Umbaukosten sind unbekannt. Das Ergebnis ist beeindruckend. Dieser Jeep Renegade ist wirklich einzigartig. Wie er sich fährt, wissen wir natürlich nicht, aber er sieht auf jeden Fall nach einer Menge Fahrspaß aus.
