Opel kehrt in den Spitzenmotorsport zurück. Ab der Saison 2026/27 wird die deutsche Marke mit dem Opel GSE Formula E Team in der ABB-FIA Formel-E-Weltmeisterschaft antreten. Dies gaben CEO Florian Hüttel und Formel-E-Direktor Jeff Dodds heute in Madrid bekannt. Der Vertrag hat eine Laufzeit von vier Jahren.
Fast zeitgleich gab Stellantis' Schwestermarke DS Automobiles ihren Ausstieg aus der Formel E bekannt. Nach elf Jahren, 18 Siegen und zwei Fahrer- sowie zwei Konstrukteurstiteln ist Schluss. Das ist kein Zufall. Opel könnte innerhalb des Stellantis-Konzerns die Infrastruktur und das Know-how von DS übernehmen. Drei Marken in der Formel E wären selbst für einen großen Konzern zu viel, da auch Citroën und Maserati dort vertreten sind.




Für Opel bedeutet dies die Rückkehr auf die große Bühne des Motorsports. Die Marke feierte bereits Erfolge in der Rallye-Weltmeisterschaft, der DTM und im Langstreckenrennsport. Jahrelang beschränkte sich ihr Engagement jedoch auf den Nachwuchsbereich. Mit dem ADAC Opel Electric Rally Cup und dem neuen Mokka GSE Rally setzt Opel nun auf Elektro-Rallyes. Der Einstieg in die Formel E bedeutet nun den Sprung in die offizielle FIA-Weltmeisterschaft.
Der Zeitpunkt scheint ideal. Ab der Saison 2026/27 wird die vierte Generation von Formel-E-Fahrzeugen an den Start gehen. Die GEN4-Autos erreichen im Qualifying und im „Attack“-Modus bis zu 600 kW (816 PS), 250 kW mehr als zuvor. Permanenter Allradantrieb anstelle des zeitweise zuschaltbaren Hinterradantriebs soll für mehr Spannung sorgen. Die Energierückgewinnung wurde auf bis zu 700 kW erhöht. Opel Motorsport-Direktor Jörg Schrott stellt derzeit das Team zusammen.
Trotz aller Begeisterung bleiben Fragen offen. Wie viel Opel steckt tatsächlich in den Rennwagen? In der Formel E entwickeln die Hersteller hauptsächlich Antriebsstrang und Software. Chassis, Batterie und ein Großteil der Elektronik sind einheitlich. Die Bezeichnung „Werksteam“ klingt wichtiger, als sie technisch gesehen tatsächlich ist. Opel nutzt die Entwicklungsarbeit, die Stellantis Motorsport bereits für DS und Maserati geleistet hat.




Das Engagement der Marke zielt darauf ab, ihre Submarke GSE zu stärken. GSE steht für Grand Sport Electric und bezeichnet sportliche Elektromodelle wie den Mokka GSE und den kommenden Corsa GSE. Der Rallye Mokka leistet 207 kW (281 PS), und das Serienmodell übernimmt viele seiner technischen Details. Die Formula E soll das sportliche Image der Elektrofahrzeugpalette weiter festigen.
Kritiker betrachten die Formel E weiterhin skeptisch. Die engen Stadtrennen bieten zwar Action, doch der wahre Reiz des Motorsports fehlt. Die Zuschauerzahlen bleiben bescheiden, obwohl sich die Rennserie selbst als die „am schnellsten wachsende“ bezeichnet. Viele Hersteller wie Audi, BMW und Mercedes haben sich bereits zurückgezogen.
Für Opel geht es weniger um sportlichen Erfolg als vielmehr um Marketing. Die Rückkehr in die Weltmeisterschaft weckt Aufmerksamkeit und unterstreicht die Kompetenz des Unternehmens im Bereich der Elektrofahrzeuge. Ob das Projekt sowohl sportlich als auch wirtschaftlich erfolgreich sein wird, zeigt sich ab April 2027. Dann beginnt die Saison 2026/27. Der erste öffentliche Auftritt findet im April 2026 bei der GEN4-Präsentation in Le Castellet statt.
