Mit der Standardversion bietet Tesla einen Einstieg in die Welt der Elektromobilität unterhalb der magischen Schwelle von 40 Euro (Subventionen berücksichtigt), doch der Weg dorthin ist mit zahlreichen Kompromissen verbunden.
Grundpreis: 40.970 €
Preis des Testfahrzeugs: 40.970 €
+deutlich günstiger als die Premium-Version,
Die Infotainment-Oberfläche gehört zu den besten auf dem Markt.
+Raumausnutzung
+perfekte mobile Anwendung,
+einfaches Aufladen
-in manchen Regionen ist die Sparpolitik einen Schritt zu weit gegangen.
-Assistenzsysteme können Ihre Nerven auf die Probe stellen.
-unvorhersehbarer Autopilotbetrieb
Man mag es kaum glauben, aber es ist genau zehn Jahre her, dass Elon Musk die Bühne betrat und der Welt den damaligen Prototyp des Tesla Model 3 präsentierte. Dieses Auto war von so außergewöhnlicher Bedeutung, dass über 134.000 Menschen 1.000 US-Dollar für eine Reservierung zahlten, die sie noch nie zuvor gesehen hatten. Das Model 3 versprach eine elektrische Revolution – nicht nur wegen seiner beeindruckenden Technologie, sondern vor allem wegen seines Preises. Musk kündigte an, dass die Preise bei 35.000 US-Dollar beginnen würden. Als das Auto anderthalb Jahre später tatsächlich erhältlich war, war der Preis auf stolze 50 US-Dollar gestiegen. Dennoch wurde das Model 3 zum erfolgreichsten Modell der Marke, und der Traum vom erschwinglichen Tesla lebte weiter.
Heute, fast zehn Jahre später, sind zwei Modelle auf den Straßen unterwegs – darunter auch slowenische –, die genau das versprechen. Da die Fans der Marke ursprünglich eine komplett neue Plattform erwartet hatten, waren einige enttäuscht, als Tesla im vergangenen Oktober die „Standard“-Versionen des Model 3 und Model Y vorstellte – letzteres haben wir dieses Mal getestet.
Obwohl es sich im Grunde nur um eine neue Modellversion handelt, ist der optische Unterschied zwischen den beiden deutlich: Dem Model Y Standard fehlt der LED-Lichtstreifen an Front und Heck, der gewissermaßen zum Markenzeichen des überarbeiteten Modells geworden ist. Dadurch wirkt die Lichtsignatur der Basisversion etwas zurückhaltender und weniger markant, vielleicht sogar etwas weniger stimmig mit der ansonsten eher futuristischen Form des Fahrzeugs. Neben diesen größten Designänderungen besteht der Rest aus der bereits bekannten Basis mit 4,79 Metern Länge, 1,98 Metern Breite und 1,62 Metern Höhe, die eher durch ihr großzügiges Raumangebot als durch ihre minimalistische Form besticht.








Das Model Y hebt sich mit seinem zweigeteilten Kofferraum weiterhin von der Konkurrenz in seinem Segment ab. Der Hauptkofferraum bietet großzügige 822 Liter für die zweite Sitzreihe. Besonders hervorzuheben ist der Unterschied zwischen den Ausstattungsvarianten: Während die Premium-Version eine elektronische Steuerung ermöglicht, wird die zweite Sitzreihe beim Standardmodell manuell umgeklappt. Mit umgeklappten Sitzen vergrößert sich das Ladevolumen auf beeindruckende 2.022 Liter. Der vordere Kofferraum hingegen ist deutlich weniger großzügig. Zwar stehen noch 116 Liter Volumen zur Verfügung, er ist jedoch nicht mehr wasserdicht und verfügt über keine Ablaufrinne mehr. Daher ist beim Beladen Vorsicht geboten. Zudem wirkt die Verarbeitung dieses Bereichs auffallend mangelhaft, und meiner Meinung nach hat eine solche Lösung in einem Auto dieser Preisklasse nichts zu suchen. Trotz der genannten Schwächen bleibt das Model Y ein geräumiges Fahrzeug, da die Rückbank auch überdurchschnittlich großen Erwachsenen bequem Platz bietet. Es ist ein ideales Auto für den Transport von Basketballspielern, nur dass diese ihre Teamkollegen nicht mehr auf dem unteren 8-Zoll-Bildschirm verfolgen können, da dieser in der Standardversion nicht mehr verfügbar ist.
Der Innenraum wirkt vertraut, doch einige Änderungen sind erwähnenswert. Die Sitze sind nicht mehr komplett mit Leder bezogen, sondern nur noch teilweise und ausschließlich in Schwarz erhältlich. Das stört uns nicht, da sie nach wie vor sehr bequem sind und sich das Material angenehm anfühlt. Einziger Kritikpunkt: Sie sind nicht mehr belüftet und lassen sich nur noch über den zentralen Touchscreen verstellen – ergonomisch gesehen eine Fehllösung. Manuell verstellbare Sitze, wie Tesla sie für die Lenksäule verwendet, wären uns lieber. Auch die Mittelkonsole wurde überarbeitet und bietet nun anstelle eines großen, geschlossenen Fachs eine großzügige Ablagefläche. Frauen werden diese Lösung lieben, da hier auch eine große Handtasche Platz findet, während dieser Platz für uns Normalsterbliche schnell zur improvisierten Müllhalde wird. Ansonsten bleibt alles beim Alten: Das minimalistische Ambiente wird weiterhin von einem 15,4-Zoll-OLED-Display mit einer der besten Benutzeroberflächen auf dem Markt dominiert. Genau deshalb gehört Tesla zu den wenigen Herstellern, denen eine benutzerfreundliche Bedienung über den Bildschirm gelungen ist. Dennoch bleibt mein Vorschlag bestehen: Tesla, zumindest ein paar physische Schalter würden deinen Minimalismus nicht zerstören.




















Das Fahrgefühl bleibt im Vergleich zur Premium-Version nahezu unverändert – wir konnten während des Tests keine gravierenden Unterschiede im Fahrverhalten zwischen den beiden Modellvarianten feststellen, diese sind jedoch eher indirekt spürbar. Das Fahrwerk ist straff abgestimmt und meistert Unebenheiten der Straße souverän, obwohl manche Stöße etwas zu direkt in den Innenraum übertragen werden. Hervorzuheben ist hierbei, dass die Standard-Version deutlich mehr Fahrwerksgeräusche in den Innenraum überträgt als das teurere Modell. Aufgrund der fehlenden Akustikverglasung ist der Geräuschpegel auch bei Autobahngeschwindigkeit höher. Die Lenkung ist typisch Tesla – sie fühlt sich eher künstlich an und bietet wenig Rückmeldung, ist aber direkter als bei manchen Konkurrenten. In Kurven mag man nicht ganz so souverän unterwegs sein wie Sébastien Loeb, doch an Ampeln lässt sich mit dem 220 kW (250 PS) und 420 Nm Drehmoment starken Elektromotor mühelos die Oberhand gewinnen.
Bei unseren überwiegend auf Autobahnen zurückgelegten Fahrten im recht kalten März und mit Winterreifen erreichten wir einen Verbrauch von 17,5 kWh/100 km, was angesichts der ungünstigen Bedingungen ein recht gutes Ergebnis ist. Im Stadtverkehr dürfte dieser Wert gut ein Drittel niedriger liegen. Inoffiziellen Angaben zufolge beträgt die Nettokapazität der LFP-Batterie 60,5 kWh, was für rund 350 Kilometer Autobahnreichweite und deutlich über 400 Kilometer Stadtreichweite ausreicht. Das ist zwar weniger als die im WLTP-Testzyklus angegebenen 534 km, aber wie wir bereits beim Model Y gezeigt haben, ist auch diese Reichweite mit geeigneten Maßnahmen erreichbar.
Das Laden ist unglaublich einfach und schnell, obwohl das Model Y Standard mit einem 175-Kilowatt-Ladegerät ausgestattet ist, das 75 kW weniger Leistung hat als die Premium-Modelle. Die versprochenen 20 Minuten für das Laden von 20 auf 80 % wurden durch ordnungsgemäßes Vorwärmen des Akkus tatsächlich erreicht.













Genau das Model Y Standard, das Sie auf den Fotos sehen, erhalten Sie für 40.970 €, inklusive Liefer- und Dokumentationskosten. Können wir es empfehlen? Wenn Reichweite für Sie nicht oberste Priorität hat und Sie die Long-Range-Version nicht benötigen, Ihnen aber gleichzeitig viel Platz wichtig ist, dann ist die Antwort eindeutig: Ja. Benötigen Sie die zusätzliche Reichweite der Long-Range-Version, sollten Sie das Premium-Paket dem Standard-Paket vorziehen. Warum? Der Preisunterschied zwischen der Standard- und der Premium-Version des Model Y Long Range beträgt lediglich 3.000 €. Für diese 3.000 € verzichten Sie jedoch auf Ausstattungsmerkmale wie LED-Leisten vorn und hinten, Lederausstattung, beheizbare Rücksitze, Ambientebeleuchtung, Glasdach, elektrisch verstellbare Lenksäule, Matrix-Scheinwerfer und vieles mehr. Aufgrund der genannten Änderungen, die teilweise recht drastisch ausfallen (insbesondere das Glasdach, das innen mit Tapete verkleidet ist – warum?), steht das Verhältnis zwischen fehlender Ausstattung und Ersparnis in keinem Verhältnis. Das mag hart klingen, aber es ist wahr: Es scheint, als wären einige Funktionen nur deshalb entfernt worden, damit man sich beim Anblick der Premium-Version fragt, warum man in der Schule nicht härter gearbeitet hat.
| TECHNISCHE DATEN (Quelle: Autoweek.nl) | |
| MOTOR | Anzahl der Motoren – 1; Leistung – 220 kW; Drehmoment 420 Nm; |
| BATERIJA | LFP; Bruttokapazität – 64,0 kWh; Nettokapazität – 60,5 kWh; Ladeleistung (AC) – 11 kW; Ladezeit (20–80 %, AC) – 03:50 min; Ladeleistung (DC) – 175 kW; Ladezeit (20–80 %, DC) – 00:21 min; Wärmepumpe – ja |
| KAROSSERIE | 5-türig, Fließheck; Segment – C (SUV); Anzahl der Sitze – 5; Abmessungen (L/B/H) – 4.790 mm x 1.920 mm x 1.624 mm; Radstand – 2.890 mm; |
| INNERE ABMESSUNGEN | Kofferraum – 822 -2022 l |
| CHASSIS | Bremsen – belüftete Scheiben vorn, belüftete Scheiben hinten; Vorderreifen - 235/55R18; Hinterreifen – 235/55R18; Wendekreis – 12,1 m; |
| MASSE | Gewicht – 1.981 kg; Nutzlast – 536 kg; Gesamtgewicht – 2517 kg; |
| KAPAZITÄT | Beschleunigung – 7,2 s auf 100 km/h; Höchstgeschwindigkeit – 201 km/h; WLTP-Verbrauch – 13,1 kWh/100 km; Reichweite – 534 km; |
