Um es höflich auszudrücken: Elektrische Sportwagen haben sich noch nicht wirklich durchgesetzt. Audi und Porsche entwickeln zwar beide batterieelektrische Coupés (und Roadster), doch die sinkende Nachfrage nach Elektroautos hat diese Modelle bereits infrage gestellt. BMW hingegen ist weiterhin überzeugt, dass es im heutigen Markt Platz für elektrische Sportwagen gibt.
Bei der Präsentation des i3 erklärte BMW-Produktchef Bernd Körber, ein elektrischer Sportwagen wäre eine sinnvolle Ergänzung des Markenportfolios. Er bestätigte zwar keine Serienversion, betonte aber, dass BMW ständig nach neuen Möglichkeiten zur Leistungssteigerung suche: „BMW wird sich immer im Sportwagensegment engagieren; Elektroautos haben ihren Platz unter den Sportwagen. Daher würde ich sagen: Es ist nicht unmöglich, aber nichts, was im nächsten Jahr auf den Markt kommen wird.“

In diesem Zusammenhang ist bemerkenswert: BMW hat seit dem Produktionsende des M1 im Jahr 1981 keinen „echten“ Sportwagen (im Sinne eines „Supercars“) mehr produziert. Natürlich arbeitet BMW bereits an einem elektrischen BMW M3 – voraussichtlich zusammen mit einem entsprechenden M4 Coupé. Dieses Modell soll auf der neuen Plattform des i3 basieren und mit bis zu vier Elektromotoren eine Leistung von rund 515 kW (700 PS) erreichen. Ein rein elektrischer Sportwagen wäre jedoch ein völlig anderes Konzept.
BMW hat bereits 2024 einen Prototyp des Coupés der Neuen Klasse produziert, eine Serienproduktion in dieser Form ist jedoch unwahrscheinlich. Zudem hat München bereits erklärt, dass die 800-Volt-Architektur mit vier Motoren eine Leistung von bis zu 986 kW (1.341 PS) ermöglichen könnte. Damit läge das Fahrzeug in etwa im Leistungsbereich des elektrischen AMG GT XX, der als Viertürer auf den Markt kommen wird.
Ob BMW diesen Prototyp wiederbeleben oder etwas völlig Neues entwickeln wird, ist noch nicht klar – zumindest scheint die Tür dafür offen zu stehen.
