Die Zeiten, in denen Elektroautos eine größere Reichweite haben als Autos mit Verbrennungsmotor, sind angebrochen – der Mercedes EQS in der Version 450+ hat mit vollem Tank eine Reichweite von zehn Kilometern mehr als der benzinbetriebene S 450 4Matic.
Mercedes-Benz hat seine elektrische Flaggschiff-Limousine EQS der bisher umfassendsten technischen Überarbeitung unterzogen. Mehr als ein Viertel aller Fahrzeugkomponenten wurden dabei erneuert. Die wichtigste Neuerung ist der Wechsel zu einer 800-Volt-Architektur, die schnelleres Laden und höhere Effizienz ermöglicht. Die Modelle EQS 450+, 500 und 580 sind mit einer neuen 122-kWh-Batterie ausgestattet, die eine fortschrittliche Mischung aus Siliziumdioxid und Graphit nutzt. Das Ergebnis ist eine beeindruckende Reichweite von bis zu 926 Kilometern nach WLTP-Zyklus. Theoretisch könnte man damit von Ljubljana nach Saint-Tropez fahren, ohne einmal zum Laden anhalten zu müssen. Zumindest in der Theorie.
Die technischen Neuerungen setzen sich im Antriebsstrang fort, wo neue, eigens entwickelte Elektromotoren mit einem Zweiganggetriebe an der Hinterachse zusammenarbeiten. Der erste Gang sorgt für blitzschnelle Beschleunigung aus dem Stand, während ein lang übersetzter zweiter Gang den Kraftstoffverbrauch bei Autobahngeschwindigkeit optimiert. Optional ist zudem ein Steer-by-Wire-System erhältlich, das die mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Rädern aufhebt. Die Lenkung ist vollelektronisch, was eine bessere Dämpfung von Fahrbahnunebenheiten und eine größere Flexibilität zwischen sportlichen und komfortablen Fahrmodi ermöglicht. Die Sicherheit wird durch eine redundante Signalarchitektur gewährleistet.

Mit dem neuen Betriebssystem MB.OS verwandelt sich der Innenraum des EQS in eine wahre digitale Wohlfühloase. Das serienmäßige MBUX Hyperscreen-System erstreckt sich über das gesamte Armaturenbrett mit einer Länge von über 140 Zentimetern. Auch die Fondpassagiere verfügen über eigene Bildschirme mit integrierter Unterstützung für Videokonferenzen via Microsoft Teams und Zoom. Der neue virtuelle Assistent nutzt Microsofts künstliche Intelligenz für natürliche Konversationen, während beheizbare Sicherheitsgurte (bis zu 44 °C) und ein erstklassiger HEPA-Filter, der nahezu alle Verunreinigungen aus der Luft entfernt, für hohen Komfort sorgen. Ob dieser Filter auch mit einem Passagier zurechtkommt, der Bohnen zum Mittagessen verspeist hat, bleibt abzuwarten.
Das Exterieur behält seine rekordverdächtige Aerodynamik mit einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,20 bei, verfügt aber über neue Digital Light-Scheinwerfer mit Micro-LED-Technologie. Diese verbrauchen nur halb so viel Energie und leuchten ein 40 % breiteres Feld aus, wobei das Fernlicht bis zu 600 Meter weit reicht. Erstmals bietet Mercedes auch eine lederfreie Innenausstattung an, und das Manufaktur-Programm stellt 125 Lackfarben zur Auswahl. Der überarbeitete EQS teilt sich die 800-Volt-Plattform mit dem CLA, der zum Europäischen Auto des Jahres 2026 gekürt wurde.




