Vor etwas mehr als einem Jahr überraschte Toyota alle mit der Vorstellung des komplett neu entwickelten GR Yaris M. Zwar war es nicht die erste Mittelmotor-Sportwagenstudie der Marke (es gab bereits 2008 den Aygo Crazy – und ja, so hieß er wirklich), doch die Präsentation erfolgte zu einem Zeitpunkt, als Gerüchte über eine mögliche Rückkehr des MR2 immer lauter wurden.
Seit der ersten Präsentation des GR Yaris M auf der Tokyo Motor Show im Januar 2025 arbeitet Toyota intensiv an Tests und der Weiterentwicklung des Konzeptfahrzeugs. Es wurde bereits mehrfach auf japanischen Rennstrecken gesichtet, was die Spekulationen um einen Mittelmotor-Sportwagen weiter anheizt. Es erscheint jedoch höchst unwahrscheinlich, dass es sich letztendlich tatsächlich um ein Auto mit abfallendem Dach handeln wird: Der außergewöhnliche Yaris wird vermutlich als Testplattform für ein anderes Modell dienen.






In einem Interview mit der britischen Zeitung Auto Express erklärte Mikio Hayashi, Marketingmanager bei Gazoo Racing, dass das Projekt GR Yaris M gut voranschreitet. Er deutete sogar an, dass ein Serienmodell mit diesem Motor möglich sei: „Toyota verbessert dieses Auto täglich. Das gesamte Wissen und Feedback, das wir bei der Entwicklung dieses Fahrzeugs im Motorsport gewonnen haben, werden wir zukünftig für etwas anderes nutzen – vielleicht für ein Straßenfahrzeug oder ein Serienmodell. Wir werden diesen Weg weitergehen.“ Auf die Frage, ob Toyota den Namen MR2 dafür wiederbeleben würde – der zuletzt vor fast 20 Jahren angeboten wurde –, ließ Hayashis Antwort Raum für verschiedene Interpretationen: „Vielen Dank für Ihren Vorschlag.“
Der neue MR2 wäre nicht der einzige namhafte Toyota-Sportwagen in der Entwicklung: Auch der Celica soll zurückkehren, möglicherweise als Celica Sport. Beide werden voraussichtlich einen 2,0-Liter-Turbobenziner mit hoher Leistung nutzen. Unternehmensvertretern zufolge werden beide GR-Modelle über 400 PS und Allradantrieb verfügen.

Der neue MR2 würde nicht das Toyota-Logo, sondern das von Gazoo Racing tragen – da sich GR mittlerweile als eigenständige Marke etabliert hat. Er würde unterhalb des V8-betriebenen GR GT und vermutlich oberhalb des Celica positioniert sein. Da auch die Rückkehr des Supra erwartet wird, positioniert sich Toyota zunehmend als eine Art Retter des Sportwagensegments unter den Massenmarken.
Es ist unklar, ob GR Yaris, GR Corolla und GR86 langfristig im Programm bleiben – so viele leistungsstarke Modelle gleichzeitig zu betreuen, könnte eine zu große Herausforderung darstellen. Andererseits basieren die beiden Kompaktsportwagen weiterhin auf Serienfahrzeugen, während das Coupé als Gemeinschaftsentwicklung mit Subaru fortgeführt werden könnte. Sollten sich die Gerüchte bewahrheiten, könnte sogar eine dritte Generation des 86 in Zusammenarbeit mit Mazda entwickelt und als Schwestermodell des nächsten Miata/MX-5 präsentiert werden – offiziell ist dazu jedoch nichts bekannt.




Toyota spricht offen über die Rückkehr der Celica- und MR2-Modelle – es liegt also etwas Spannendes in der Luft. Der GR Yaris M könnte vom G20E in Mittelmotorbauweise angetrieben werden, doch es ist auch bekannt, dass dieser Vierzylinder für den Fronteinbau geeignet ist.
Der Zeitplan für den neuen MR2 ist weiterhin unklar – mit einer Markteinführung ist nicht in naher Zukunft zu rechnen. GR-Präsident Tomoya Takahashi erklärte im Januar, dass ein Mittelmotor-Sportwagen in den nächsten vier bis fünf Jahren realistischerweise nicht zu erwarten sei. Dennoch ist es ein deutliches Zeichen dafür, dass Toyota die GR-Modellpalette weiter ausbauen will.
