Nach BMW Z3, 750iL und Z8 hatte James Bond 2002 bereits genug von den bayerischen Autofabriken gesehen. Der britische Spion kehrte im Film „Stirb an einem anderen Tag“ zur britischen Marke zurück. Aston Martin zählt seit Langem zu seinen bevorzugten Dienstwagen.
Wie gut, dass nur ein Jahr zuvor auf dem Genfer Autosalon ein prachtvolles Auto präsentiert wurde, das 007 sichtlich begeisterte: der Aston Martin V12 Vanquish. Der Super-GT hingegen prangt seit 25 Jahren auf der – pardon – edlen Silhouette des Royal Aston Martin. Mit insgesamt drei Generationen hat sich der „Eroberer“ bis heute einen festen Platz in der Geschichte der britischen Marke gesichert.




Aston Martin-Chef Adrian Hallmark beschreibt den Namen des Modells rückblickend als Symbol für Ehrgeiz, Andersartigkeit und Mut. Damals stellte er eine Herausforderung für Konkurrenten wie den Ferrari F550 und den Jaguar XKR dar. Mit seinem symbolträchtigen Namen sollte er alle Supersportwagen „schlagen“ und die Kunden mit seiner Kraft und seinem selbstbewussten Design „beeindrucken“.
Hätte ein britischer Geheimagent persönlich einen Aston Martin V12 Vanquish gewählt, wären viele andere Käufer seinem Beispiel gefolgt. Die erste Generation lief zwischen 2001 und 2007 im Werk Newport Pagnell vom Band. Es war übrigens das letzte Modell, das dort vor dem Umzug des Unternehmens nach Gaydon produziert wurde.

Der erste Vanquish wurde von einem 6,0-Liter-V12-Motor mit 460 PS angetrieben. Zugegeben, nach heutigen Maßstäben, wo die PS-Zahlen ständig steigen, mag das nicht besonders beeindruckend klingen, aber glaubt mir – damals war es das. Das Getriebe war sequenziell und wurde über Schaltwippen am Lenkrad bedient.
Die Inspiration für diese Technologie kam aus der Formel 1. Auch beim Chassis wagte der Hersteller etwas Neues: Die Struktur bestand aus geklebten und genieteten Aluminiumprofilen, ergänzt durch einen zentralen Getriebetunnel aus Kohlefaser. Damals musste man 160.000 britische Pfund investieren, um sich James Bonds offiziellen Wagen leisten zu können.

Die zweite Generation folgte 2012. Das Fahrzeug, das optisch stark an das limitierte Sondermodell One-77 erinnerte, verlor dank seiner Vollcarbon-Karosserie rund 25 Prozent seines Gewichts im Vergleich zum Vorgängermodell DBS. Der überarbeitete V12-Motor leistete nun 565 PS und lieferte ein Drehmoment von 620 Nm.
Das Coupé beschleunigte damit in 4,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 295 km/h. Die serienmäßigen Carbon-Keramik-Bremsen sorgten für die notwendige thermische Stabilität beim Bremsen. Das Modell war als reiner Zweisitzer oder als 2+2-Sitzer erhältlich. Insgesamt wurden in Deutschland 250 Fahrzeuge der zweiten Generation zugelassen.

Nach einer Pause kehrte der Vanquish 2024 in seiner dritten Generation zurück. Er ist aktuell Aston Martins Topmodell unter den frontmotorgetriebenen Sportwagen. Unter der langgezogenen Motorhaube arbeitet ein 5,2-Liter-V12-Biturbo, der 835 PS und 1000 Nm Drehmoment an die Hinterachse überträgt. Laut den Briten ist dies das „leistungsstärkste Serien-Flaggschiffmodell“ in der Geschichte von Aston Martin. Er beschleunigt in 3,3 Sekunden von 0 auf 97 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 344 km/h.

Aston Martin setzt erneut auf eine laminierte Aluminiumstruktur. Das Chassis des britischen Herstellers basiert auf einer Doppelquerlenker-Vorderachse und einer Mehrlenker-Hinterachse. Die Bremsanlage besteht aus Carbon-Keramik-Bremsscheiben mit 410 Millimetern Durchmesser vorn und 360 Millimetern hinten.
Jährlich werden weniger als 1000 Fahrzeuge produziert. Wer sich eines dieser Topmodelle mit V12-Motor sichern möchte, muss rund 400.000 Euro bezahlen.
