Die historischen Umwälzungen der 1970er Jahre kehrten die Entwicklungsrichtung der Automobilindustrie radikal um und veränderten unsere Sicht auf Autos, und ihre Auswirkungen sind auch heute noch inmitten der aktuellen geopolitischen Spannungen spürbar.
Die Ölkrisen von 1973 (OPEC-Embargo) und 1979 (Iranische Revolution) ließen die Ölpreise innerhalb kürzester Zeit vervierfachen und machten Treibstoff zu einem extrem wertvollen Wirtschaftsgut. Die erste Ölkrise von 1973 war eine direkte Folge des Jom-Kippur-Krieges zwischen Israel und einer von Ägypten und Syrien angeführten Koalition arabischer Staaten. Die arabischen OPEC-Staaten verhängten ein Embargo gegen Ölexporte an Israels westliche Verbündete, was die Preise über Nacht in die Höhe schnellen ließ.

Der zweite schwere Schlag folgte 1979 mit der iranischen Revolution, die Produktion und Exporte dieser wichtigen nahöstlichen Supermacht lahmlegte und Panik auslöste. Lange Schlangen an Tankstellen wurden weltweit zur Normalität, und die Automobilindustrie war gezwungen, umgehend drastische Anpassungen vorzunehmen, da die zuvor sparsamen Fahrzeugkonstruktionen über Nacht für die meisten Verbraucher unwirtschaftlich wurden. Die Benzinpreise schossen daraufhin in die Höhe, was heute einem plötzlichen Anstieg von mehr als zwei Euro pro Liter entspräche und einen weit verbreiteten Schock sowie einen raschen Wandel im Konsumverhalten zur Folge hatte.

In den Vereinigten Staaten bedeutete dies einen rapiden Niedergang der klassischen Muscle-Cars, da der vorherige Verbrauch von durchschnittlich bis zu 30 l/100 km schlichtweg nicht mehr wirtschaftlich tragbar, geschweige denn gerechtfertigt war. Amerikanische Hersteller begannen mit Downsizing, was die Leistung deutlich reduzierte und die sogenannte „Malaise“-Ära langsamerer und kleinerer amerikanischer Autos einleitete. Ein gutes Beispiel aus dieser Zeit ist der Ford Mustang der zweiten Generation (1974), der in der Basisversion nur 65 kW (89 PS) leistete, während die Chevrolet Corvette von 1975 lediglich 123 kW (167 PS) erreichte. Selbst große Cadillacs verloren innerhalb weniger Jahre fast eine halbe Tonne Gewicht und wurden auf deutlich kleinere Motoren umgestellt.

Im Gegenteil, japanische und europäische Hersteller profitierten größtenteils von der Ölkrise, da sie kleine und (insbesondere die japanischen) äußerst zuverlässige Fahrzeuge auf den Markt bringen konnten. Der Honda Civic mit CVCC-Motor erreichte einen Verbrauch von rund 6 l/100 km und erfüllte die neuen Abgasnormen ohne Katalysator. Sein damaliger Kaufpreis entspräche heute etwa 15 Euro. In Europa wurde die Revolution durch den Volkswagen Golf (1974) und den Renault 5 (1972) ausgelöst, beide mit Frontantrieb. Mercedes-Benz popularisierte langlebige Dieselmotoren mit der Baureihe W123, wie beispielsweise den robusten 200D mit einer eher bescheidenen Leistung von 40 kW (55 PS).

Die Krise löste auch bedeutende regulatorische Änderungen aus, insbesondere die strengen US-CAFE-Standards, die Autohersteller finanziell für einen überhöhten durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch ihrer gesamten Fahrzeugflotte bestraften. Die Branche selbst hat sich technologisch hin zu Innovationen entwickelt, die die Motorleistung reduzieren, ohne die Performance zu beeinträchtigen. Hersteller verwenden verstärkt leichtere Materialien, investieren in die Entwicklung geschwungener Linien für eine bessere Aerodynamik und führen Turbolader sowie präzise elektronische Kraftstoffeinspritzung (wie die K-Jetronic von Bosch) ein, wodurch kleinere Motoren effizienter werden.
Die Folgen der Ölkrise waren auch in Slowenien, dem damaligen Jugoslawien, spürbar. Aufgrund von Devisenmangel ergriff der Staat strenge Sparmaßnahmen, darunter das System der geraden und ungeraden Kennzeichen und die Einführung von Tankgutscheinen. Das System erwies sich in Jugoslawien als sehr starr, und gleichzeitig sank der Kraftstoffverbrauch nicht wesentlich, da viele Menschen zwei Autos kauften und diese abwechselnd an den erlaubten Tagen nutzten.

Die langfristigen Folgen der Krisen der 1970er-Jahre sind in der Automobilindustrie noch heute spürbar, doch angesichts der aktuellen Ereignisse im Nahen Osten wiederholt sich die Geschichte immer deutlicher. Eskalierende geopolitische Konflikte im Jahr 2026, Angriffe auf Handelsrouten im Roten Meer und Instabilität in wichtigen ölreichen Regionen führen erneut zu Unsicherheit auf den Energiemärkten und lassen die Kraftstoffpreise an europäischen Tankstellen steigen.

Ungeachtet der Tatsache, dass die moderne Automobilindustrie dank Hybridfahrzeugen und dem Übergang zu Elektrofahrzeugen viel weniger direkt vom Rohöl abhängig ist als noch vor einem halben Jahrhundert, beschleunigt jeder neue Schock aus dem Nahen Osten die Notwendigkeit der Diversifizierung der Energiequellen und beweist, dass die vollständige Energieunabhängigkeit einzelner Länder und Kontinente das wichtigste Ziel der zukünftigen Mobilität bleibt.
