Während manche Enthusiasten immer noch (vergeblich) auf einen Golf R mit Fünfzylindermotor hoffen, verfolgt Volkswagen eine ganz andere Idee für einen kompromisslosen Kompaktsportler. Der stärkste Golf wird im nächsten Jahr am 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring teilnehmen – zu Ehren des 25-jährigen Jubiläums der sportlichen R-Modelle.
Verdammt, wie die Zeit vergeht, denken Sie jetzt vielleicht. Uns auch. Aber ja, alles begann 2002 mit dem wunderschönen Golf IV R32. Seitdem hat jede Golf-Baureihe ihr eigenes R-Modell. Hinzu kommen der wilde Touareg R50 TDI mit V10-Dieselmotor, weitere SUVs wie der Tiguan R oder der T-Roc R sowie der Arteon R.




Zum Geburtstag gibt es einen Golf 8 R. Aber keinen gewöhnlichen. In Zusammenarbeit mit Max Kruse Racing wurde ein echter Rennwagen entwickelt. VW hält sich zwar noch mit technischen Daten zurück, doch einige wichtige Änderungen sind bereits erkennbar. Am auffälligsten ist die deutlich aggressivere Aerodynamik, darunter ein markanter Frontsplitter, der leicht mit einem Schneepflug verwechselt werden könnte.
Am Heck fallen der riesige, schwanenhalsförmige Dachspoiler und der ebenso markante Diffusor ins Auge. Robuste Kotflügelverbreiterungen mit unzähligen Belüftungsöffnungen in den Radkästen unterscheiden den Rennwagen zusätzlich vom Serienfahrzeug.
Das Fehlen der typischen vier Auspuffrohre des R-Modells mag auf den ersten Blick auf einen Elektroantrieb hindeuten – doch dem ist nicht so. Lüftungsöffnungen in der Motorhaube weisen auf einen Verbrennungsmotor hin, der zusätzliche Kühlung benötigt, und auf einigen Pressefotos ist sogar ein seitlicher Auspuff zu sehen. VW bezeichnet den Golf R 24h aktuell noch als Showcar, doch die Entwicklung des Serienfahrzeugs, das nächstes Jahr in der „Grünen Hölle“ Premiere feiern soll, hat bereits begonnen.




Reinhold Ivenz, Leiter der Volkswagen R-Abteilung, erklärte derweil selbstbewusst: „Der spektakulärste Golf R aller Zeiten.“ Mit einer straßenzugelassenen Version ist jedoch nicht zu rechnen – der Golf R 24h ist ausschließlich als Rennwagen konzipiert. Eine Aussage von Sprecher Martin Hube vor einigen Jahren ließ allerdings die Möglichkeit einer „noch rennstreckenorientierteren Version“ durchblicken. Ob ein Golf R Clubsport folgen wird, ist noch unklar.
