Produktionsende: Der VW Touran ist Geschichte.

Kaum jemand hat es bemerkt, aber seit dem 29. April 2026 ist es offiziell: Der VW Touran ist Geschichte. An diesem Tag lief das letzte Fahrzeug der Baureihe in Wolfsburg vom Band. Das ist keine große Überraschung, denn die zweite Generation dieses Kompaktvans war mit gut elf Jahren mit Abstand das älteste Modell im Angebot der einheimischen Volkswagen-Marke.

Zwischen Dezember 2002 und Dezember 2025 wurden in Deutschland insgesamt 1.070.558 neue VW Touran zugelassen. Das erfolgreichste Verkaufsjahr war 2004 mit 95.408 verkauften Fahrzeugen. Insgesamt wurden rund 2,3 Millionen Touran produziert, was damals etwa 20.000 Einheiten pro Jahr entsprach. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland noch über 14.000 neue Touran zugelassen. In der Spitze lag die Zahl bei über 52.000. VW bietet keinen Transporter mehr an.

Grund für die Einstellung der Produktion ist, dass das Modell Touran die Anforderungen der UN-Allgemeinen Sicherheitsverordnung II Stufe C, die am 6. Juli 2026 in Kraft tritt, nicht erfüllt und daher ohne Ausnahmegenehmigung nicht mehr für die Erstzulassung geeignet ist.

Die Auto 5000 GmbH markierte ein besonderes Kapitel in der Geschichte von Volkswagen, untrennbar verbunden mit dem Erfolg des VW Touran. Zu Beginn des neuen Jahrtausends stand VW vor der Herausforderung, einen neuen Kompaktvan kosteneffizient in Deutschland zu produzieren, anstatt die Produktion in Länder mit niedrigeren Löhnen zu verlagern.

Unter dem Motto „5000 mal 5000“ wurde ein speziell für die Produktion dieses Fahrzeugs angepasstes Modell entwickelt. Der erste Touran war nicht nur ein neues Automodell, sondern das Herzstück eines industriellen Experiments: Er sollte beweisen, dass im Wolfsburger Werk mit flachen Hierarchien, Teamarbeit und flexibleren Lohnstrukturen eine wettbewerbsfähige Produktion möglich war. Der damalige Personalchef von VW: Peter Hartz, der später der deutschen Reform „Hartz IV.“ ihren Namen gab.

Seit Ende 2002 wird der Touran ausschließlich in den Werken von Auto 5000 gefertigt. Die Mitarbeiter, oft arbeitslos, wurden speziell für die Montage dieses Modells geschult. Da der Touran zwar auf der Plattform des Golf V basierte, aber hinsichtlich Interieur und Variantenvielfalt deutlich komplexer war, diente Auto 5000 als praktisches Labor für moderne Produktionsmethoden.

Der Erfolg dieses Transporters bestätigte zunächst die Richtigkeit des Konzepts; der Touran etablierte sich schnell als führendes Modell in seinem Segment. Erst mit der Einführung des VW Tiguan im Jahr 2007 wurde die Modellpalette erweitert, doch der Touran blieb das Aushängeschild der „5000er“-Baureihe.

Die Produktion der zweiten Touran-Generation begann Ende Mai 2015 in Wolfsburg. Mit einer Länge von 4,53 Metern war der Touran II rund 13 cm länger und 3 cm breiter als sein Vorgänger, der Touran I, was insbesondere dem Innenraum zugutekam. Die zweite Sitzreihe bot drei Einzelsitze, eine dritte Reihe war optional erhältlich.

Das Kofferraumvolumen des 5-Sitzers betrug 743 Liter. Bei vollständig nach vorn geschobener zweiter Sitzreihe waren es 834 Liter und bei umgeklappter dritter Sitzreihe 1980 Liter. Im 7-Sitzer bot der Kofferraum hinter der dritten Sitzreihe 137 Liter Stauraum. Wurde die dritte Sitzreihe umgeklappt, betrug das Volumen 633 Liter. Durch Umklappen der zweiten Sitzreihe erhöhte sich dieses auf 1.857 Liter.

Ab 2024 waren nur noch der 1.5 TSI mit 150 PS und der 2.0 TDI mit 122 oder 150 PS erhältlich. Der Touran hat keinen direkten Nachfolger, ist aber von der Größe her mit dem Tiguan vergleichbar. Sieben Sitze gibt es nur optional im deutlich größeren Tayron. Man sieht also, dass SUVs – wie auch bei anderen Automarken – das Erbe der Vans übernehmen. Schade eigentlich.

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