Ford will sich in Europa neu etablieren und plant 7 neue Modelle.

Ford will Europa wieder ernst nehmen. Bei einem Treffen mit europäischen Partnern und Händlern in Salzburg präsentierte der amerikanische Hersteller eine ambitionierte Vision für die nächsten drei Jahre. Dies ist auch dringend nötig, da Fords Marktanteil in Deutschland lediglich 3,3 Prozent beträgt. Zudem wird die Produktion des beliebten Focus-Modells Ende 2025 eingestellt.

Der Plan basiert auf sieben neuen Fahrzeugen, einem digitalen Ökosystem für Unternehmen und der globalen Marke „Ready-Set-Ford“, die sich auf die Kernwerte Arbeit, Leistung und Abenteuer konzentriert. Diese Strategie verfolgt zwei parallele Ansätze, um nicht nur Marktanteile zu sichern, sondern auch in einem der anspruchsvollsten Automobilmärkte der Welt wieder Wachstum zu erzielen.

Die erste Säule stärkt das Nutzfahrzeugsegment Ford Pro, das seit elf Jahren in Folge Marktführer in Europa ist. Ergänzt wird diese Modellreihe nun durch den Ranger Super Duty – die extremste Version des Pick-ups, der ebenfalls seit elf Jahren das meistverkaufte Modell in Europa ist. Entwickelt für härteste Einsätze wie Rettungsdienste, Forstwirtschaft, Bergbau und Militär, bietet er ein zulässiges Gesamtgewicht von 8 Tonnen, eine Anhängelast von bis zu 4,5 Tonnen und eine Nutzlast von fast 2 Tonnen.

Verstärkte Federung, Unterbodenschutz und erhöhte Bodenfreiheit gehören zur Serienausstattung. Das Pendant für den Stadtverkehr ist der Transit City: ein vollelektrischer Lieferwagen für städtische Flotten. Er wird bis Ende 2026 in drei Versionen erhältlich sein – darunter eine Fahrgestellversion für individuelle Aufbauten – und ist eine direkte Antwort auf die zunehmende Anzahl von Umweltzonen.

Das zweite Programm wird das Pkw-Segment bis Ende 2029 mit fünf neuen Modellen mit flexiblen Antriebssystemen (Multi-Mode-Antrieb) revitalisieren. Alle Fahrzeuge werden in Europa gefertigt und ihr Erscheinungsbild spiegelt die über 100-jährige Rallye-Tradition der Marke wider. Geplant sind ein neues europäisches Mitglied der Bronco-Familie, ein kompakter Multi-Energy-SUV (ab 2028 im Werk Valencia), ein sportlicher Elektrowagen im B-Segment (voraussichtlich eine Version des Renault 5), ein kleiner urbaner Elektro-SUV im gleichen Design sowie zwei weitere Multi-Energy-Crossover bis 2029.

„Für kleinere Modelle haben wir bereits angekündigt, dass wir die Ampere-Plattform von Renault nutzen werden. Es ist entscheidend, dass das auf dieser Plattform gebaute Fahrzeug, so Ford, ein Ford-Design aufweist – sowohl innen als auch außen –, alle Ford-Erlebnisse an Bord bietet, mit Ford-Zubehör ausgestattet ist und auch das dynamische Fahrgefühl von Ford bietet.“

„Alle einstellbaren Elemente – wie Stoßdämpfer, Fahrwerk, Lenkübersetzung usw. – bleiben dem Charakter der Marke Ford treu. Unsere Ingenieure stellen sicher, dass sich das Fahrzeug wie ein echter Ford mit echter Rallye-DNA fährt und verhält“, sagte Christian Weingärtner, General Manager Pkw bei Ford Europa. Die Zusammenarbeit mit Renault ermöglicht zudem die Nutzung von Synergien in der Produktion: „Diese beiden gemeinsam mit Renault entwickelten Produkte werden, wie bereits erwähnt, in einem Renault-Werk auf der Ampere-Plattform gefertigt. Der Hauptgrund dafür ist, dass in den kleineren Segmenten aufgrund des enormen Kostendrucks Skaleneffekte entscheidend sind.“

Ford bekräftigt sein Engagement für emissionsfreie Mobilität, hat aber eine klare Botschaft an die europäischen Institutionen: Regulatorische Ziele müssen sich an der tatsächlichen Verbrauchernachfrage orientieren. Zu ambitionierte und zu schnell umgesetzte Ziele bergen das Risiko, die Erneuerung der bestehenden Fahrzeugflotte zu verlangsamen, was sich wiederum negativ auf die Gesamtemissionen auswirken würde.

Der Hersteller fordert daher eine größere Offenheit gegenüber Übergangstechnologien wie Plug-in-Hybriden (PHEV) und Elektrofahrzeugen mit Reichweitenverlängerung (REEV) sowie gezielte Unterstützung für kleine Unternehmen, die mit unzureichender Ladeinfrastruktur und langsamen Netzanschlüssen für ihre Fahrzeugflotten zu kämpfen haben.

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