Saugmotoren sind, insbesondere in Europa, vom Aussterben bedroht – und das nicht unbedingt, weil es den Herstellern lieb wäre. Der ständige Druck der EU auf Fahrzeuge mit geringerem Kraftstoffverbrauch und niedrigeren CO₂-Emissionen trägt dazu bei.2 wirkt sich unmittelbar auf die Verfügbarkeit von Serienmodellen mit Saugmotor aus.
Nur noch wenige Autos sind mit Turbolader ausgestattet – und mit noch strengeren Gesetzen wird diese Liste noch kürzer werden. Dabei geht es nicht nur um die bevorstehende Einführung der Euro-7-Norm. Hersteller in Europa müssen ihre Flottenemissionen bis 2035 um 90 Prozent gegenüber dem Stand von 2021 senken. Für 2030 gilt bereits ein Zwischenziel: Bis dahin müssen die Autohersteller die Flottenemissionen um 55 Prozent gegenüber 2021 reduzieren. Wird das Ziel in einem Jahr überschritten, können die Unternehmen dies im Folgejahr ausgleichen – vorausgesetzt, das Ziel wird insgesamt für den Zeitraum von 2030 bis 2032 erreicht.








Die verschärften Vorschriften setzen Porsche unter Druck. In Zuffenhausen gehört Porsche zu den wenigen verbliebenen Marken, die noch Saugmotoren anbieten. Das Magazin „Car and Driver“ sprach mit GT-Direktor Andreas Preuninger über die Zukunft von Rennwagen. Auf die Frage, ob der 911 GT3 auf Turboaufladung umgerüstet werden könnte, schloss Preuninger dies nicht aus: „Vielleicht.“
Er sagte, der 4,0-Liter-Sechszylinder-Boxermotor stehe in Europa kurz vor dem Auslaufen – dort werde er „wahrscheinlich nur noch wenige Jahre ohne größere Änderungen einsatzfähig sein“. Doch dieses Problem macht sich bereits heute bemerkbar. Man erinnere sich: Der Übergang vom 992.1 GT3 zum 992.2 GT3 war das erste Mal in der über 25-jährigen Geschichte des Wagens, dass es keine Leistungssteigerung gab. Trotz des außerordentlichen Aufwands der Ingenieure sind die Verbesserungen kaum wahrnehmbar. Der legendäre Sportwagen wirkt abgenutzt. Porsche hat Mühe, die deutliche Preiserhöhung selbst seinen treuesten Fans zu erklären. Die Folge ist eine Kaufzurückhaltung. Neu beim GT3.






Zumindest in den USA sieht die Situation anders aus: Weniger strenge Vorschriften erlauben es Porsche dort, den Saugmotor „noch eine Weile“ beizubehalten. Während der 992.2 911 GT3 in den USA länger angeboten werden könnte als in Europa, ist die Lage nach dem Ende der aktuellen Generation unklar. Realistisch betrachtet dürfte es für Porsche schwierig sein, separate GT3-Versionen für verschiedene Regionen zu entwickeln – dies würde deutlich höhere Investitionen erfordern.
In Zuffenhausen herrscht bereits Hochbetrieb: Die Modelle der 718er-Baureihe mit Sechszylindermotoren kehren zurück, obwohl Boxster und Cayman ursprünglich durch Elektroautos ersetzt werden sollten. Darüber hinaus investiert Porsche in ein weiteres, ursprünglich nicht geplantes Modell: den direkten Nachfolger des Macan der ersten Generation mit Verbrennungsmotor. Auch ein Flaggschiff-SUV mit drei Sitzreihen wird entwickelt. Das Budget des derzeit finanziell angeschlagenen Sportwagenherstellers dürfte daher stark beansprucht werden.
