Beim MaiKäfer-Treffen am 1. Mai auf dem Messegelände Hannover präsentierte Volkswagen Classic einen Vergleich zweier offener Käfer-Versionen, die unterschiedliche Entwicklungsstadien des Modells repräsentierten. Zu sehen waren das Hebmüller Cabriolet (Typ 14A) von 1950 und das letzte produzierte Käfer Cabriolet, der Käfer 1303 von 1980.
Das Hebmüller Cabriolet entstand in der frühen Nachkriegszeit. Die Karosserie wurde im Hebmüller-Karosseriewerk in Wülfrath gefertigt und basiert auf der Plattform des Volkswagen Typ 1. Charakteristisch sind die zweisitzige Bauweise mit flachem Heck und die sehr schlichte Linienführung. Angetrieben wird das Fahrzeug von einem luftgekühlten Vierzylinder-Boxermotor mit 1,1 Litern Hubraum und 25 PS. Die Kraftübertragung erfolgt über ein unsynchronisiertes Vierganggetriebe, was das Fahren im Vergleich zu späteren Modellen etwas anspruchsvoller macht.

Technisch gesehen ist das Fahrzeug weitgehend identisch mit dem Serienmodell des Käfers jener Zeit, doch seine aufwendige Karosserie und die geringe Produktionszahl verleihen ihm einen exklusiven Charakter. Die Produktion wurde nach einem Fabrikbrand im Jahr 1949 stark eingeschränkt und endete nach insgesamt 696 gebauten Exemplaren. Heute zählen die erhaltenen Fahrzeuge zu den seltensten Versionen des frühen Käfers.
Das Käfer 1303 Cabriolet von 1980 markiert das Ende der Käfer-Cabrio-Produktion in Deutschland. Es basiert auf der überarbeiteten Baureihe 1303, die seit 1972 produziert wurde. Im Gegensatz zu den Vorgängermodellen verfügt der 1303 über eine gewölbte Panorama-Windschutzscheibe, die den Innenraum vergrößert und die Sicht verbessert. Technisch unterscheidet sich das Modell durch die Einführung einer McPherson-Vorderachse, die im Vergleich zur vorherigen Drehstabfederung ein präziseres Fahrverhalten ermöglicht.

Spätere Versionen waren mit Motoren mit 1,6 Litern Hubraum und einer Leistung von bis zu 50 PS ausgestattet. Sicherheits- und Komfortmerkmale wie Scheibenbremsen vorn, Dreipunktgurte, ein gepolstertes Armaturenbrett und eine beheizbare Heckscheibe spiegelten die gestiegenen Ansprüche der späten 70er-Jahre wider. Die Cabriolets wurden von Karmann in Osnabrück, dem langjährigen Karosseriebaupartner von Volkswagen, gefertigt.
Ein Vergleich der beiden Fahrzeuge verdeutlicht die kontinuierliche Weiterentwicklung des Grundkonzepts. Während der Hebmüller ein handgefertigtes Kleinserienfahrzeug mit Fokus auf Design und Exklusivität ist, verkörpert das 1303 Cabriolet die technische Reife und Alltagstauglichkeit des Käfers in seiner späteren Phase.










Trotz des gleichen Grunddesigns mit luftgekühltem Heckmotor und Plattformrahmen unterscheiden sich die beiden Fahrzeuge deutlich in Konstruktion, Sicherheitsniveau und Einsatzgebiet. Die Ausstellung ermöglicht einen direkten Vergleich dieser Entwicklungsstufen und veranschaulicht die Wandlung des Hobbit von einem einfachen Nachkriegsfahrzeug zu einem etablierten Serienmodell mit breiter gesellschaftlicher Akzeptanz.
