Ventje T7: Vielleicht der intelligenteste Camper von VW

Der neue Ventje T7 versucht etwas zu erreichen, was viele Hersteller kompakter Wohnmobile gerne versprechen, im Alltag aber selten schaffen: sowohl Familienauto als auch Wohnmobil zu sein.

Basierend auf dem neuen VW Transporter wurde der Camper von Ventje in den Niederlanden ausgebaut. Daher wirkt der T7 eher wie ein clever designter Camper für den Alltag als ein moderner Freizeitcamper, der nur für zwei Festivalwochenenden im Jahr konzipiert ist.

Das ist besonders interessant, weil sich im Segment der kompakten Wohnmobile derzeit viel tut. Modelle wie der Rhön Camp New Ultimate oder der SpaceCamper Classic+ zeigen, wie sich dieselbe Grundidee unterschiedlich interpretieren lässt. Der Ventje T7 verfolgt einen eher pragmatischen Ansatz. Das auffälligste Detail ist das Sitzsystem. Die Idee stammt vom eVentje-Modell, das auf dem ID. Buzz basiert, wurde aber für den T7 weiterentwickelt. Die Sitzgestelle lassen sich im Campingmodus komplett im Fahrzeugboden versenken. So entsteht im Heck eine Sitzgruppe mit Tisch, eine Ruhezone oder bei Bedarf sogar ein Bett.

Auf den ersten Blick klingt es nach einer typischen Campinglösung, ist aber tatsächlich sehr gut durchdacht. Besonders auffällig ist, dass der Fokus nicht auf schnellen Ergebnissen lag. Ventje verbaut richtige Matratzen anstelle dünner Polstersitze und installiert Isofix-Befestigungen. Genau solche Details entscheiden später darüber, ob ein Wohnmobil im Familienalltag praktikabel ist oder nicht. Sieben Sitze nützen wenig, wenn man nicht zwei Stunden lang bequem darauf sitzen kann.

Der Ventje T7 ist in zwei Längen erhältlich: ca. 5,05 oder 5,45 Meter. Dadurch ist er kompakt genug für Parkhäuser und den täglichen Gebrauch, ohne dass der Innenraum beengt wirkt. Gleichzeitig bietet er genügend Platz für flexible Ausstattung. Anstelle einer festen Küchenzeile kommen mobile und herausnehmbare Module zum Einsatz, je nachdem, ob ein Wohnmobil oder ein Kastenwagen benötigt wird. Die Küche befindet sich im Heck und ist auch von außen zugänglich. Gekocht wird auf einem Gaskocher, gekühlt wird mit einer mobilen Kompressorkühlbox, die im Innenraum mehr Bewegungsfreiheit schafft. Die Arbeitsfläche ist erweiterbar, und es gibt einen Sitzbereich für bis zu vier Personen. Die kürzere Version verfügt über eine integrierte Toilettenplatte, die längere Version sogar über eine fest installierte Toilette.

Auch beim Schlafen bleibt der Ventje seinem funktionalen Design treu. Die Sitzbank lässt sich in ein flaches Bett verwandeln, das durch ein Panorama-Dachfenster mit großer Glasfläche ergänzt werden kann. Darüber entsteht ein zweites Bett, wodurch der T7 familientauglich wird. Mit einer Breite von ca. 1,30 Metern im Dach und ca. 2,00 x 1,40 Metern darunter bieten die Betten Platz für zwei Erwachsene unten und ein bis zwei Personen oben. Zahlreiche kleine, durchdacht platzierte Stauräume bieten zusätzlichen Platz: unter der Sitzbank, in den Seitenmodulen und im gesamten Fahrzeug. Die Möbel sind leicht, robust und für häufiges Umstellen geeignet. Gleichzeitig bleibt der Boden weitgehend frei.

Der Ventje setzt in puncto Energieversorgung auf eine zusätzliche Batterie mit Schnellladesystem, die durch Solarpaneele auf dem Dach ergänzt werden kann. USB-Anschlüsse und 230-Volt-Steckdosen ermöglichen das Laden gängiger Geräte. Außerdem gibt es Trinkwasserbehälter, ein tragbares Waschbecken und sogar eine Außendusche. Die Antriebe sind angenehm pragmatisch: Diesel, Plug-in-Hybrid oder vollelektrisch. Die Elektroversion soll nach WLTP-Standard bis zu 330 Kilometer weit kommen und lässt sich in etwa 38 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufladen. Der Plug-in-Hybrid leistet 218 PS und fährt rund 50 Kilometer rein elektrisch. Für Vielfahrer bleibt der Diesel die komfortabelste Wahl.

Letztendlich bewegt sich der Ventje T7 irgendwo zwischen minimalistischem Ausbau und vollwertigem Camper. Er ist kein Ferienhaus auf Rädern, sondern ein flexibler Begleiter für Alltag und Reisen. Der Basispreis liegt bei rund 95.000 Euro, die ersten Auslieferungen sind für Frühjahr 2026 geplant. Wer sich lieber sportlich als campen möchte, findet in ABTs Umbau des VW Caravelle eine ganz andere Interpretation desselben Grundkonzepts: weniger Familiencamper, mehr Rennsport-Feeling im Van-Gewand.

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Bojan Vrbnjak
Bojan Vrbnjak
F1-Enthusiast, Golf, Reiseliebhaber und Amateurfotograf.

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