Der Mini wäre kein Mini, wenn er normal wäre. Deshalb unterscheidet er sich deutlich von praktisch allen seinen Konkurrenten.
Grundpreis: 31.950 €
Preis des Testfahrzeugs: 36.445 € (Konfigurator)
+ niedliches Aussehen
+ Vielfalt fördern
+ Geräumigkeit
+ raffiniert gestalteter Innenraum,
+ verschiebbare Rückbank mit verstellbaren Rückenlehnen,
+ kommunikative Kontrolle,
+ Lage an der Straße,
+ Personalisierungsoptionen
– knappe Grundausrüstung und teure Zusatzausrüstung,
– überfülltes Infotainmentsystem
– Der Basismotor ist wirklich sehr einfach.
– häufige raue Polsterung,
– ruckartiges Start-Stopp-System
– Motorruckeln und Rütteln beim Kriechen,
– Sitze ohne verstellbare Lendenwirbelstütze
Countryman bedeutet wörtlich übersetzt „Landmann“. Und obwohl er – abgesehen vom Fahrprogramm „Terrain“ und der etwas höheren Bodenfreiheit – nichts Ländliches an sich hat, steckt doch etwas Wahres in dem Namen. Mit einer Länge von 4,43 Metern, einer Breite von 1,84 Metern und einer Höhe von 1,65 Metern hat er das Image des Kleinwagens endlich abgelegt und teilt sich – nunmehr traditionell – die Architektur unter dem Blechkleid mit seinem bayerischen Verwandten, dem BMW X1. Designtechnisch verabschiedet er sich von traditionellen Rundungen und setzt auf schärfere, markant kantige Formen, dominiert vom neuen achteckigen Kühlergrill an der Front. In der Basisausstattung Essential wirkt das Exterieur zurückhaltender und frei von unnötigen Verzierungen, was ihm ein angenehm klares und fast schon robustes Erscheinungsbild verleiht.
Der Innenraum ähnelt zwar anderen Mini-Modellen, unterscheidet sich aber gleichzeitig deutlich von fast allen anderen Fahrzeugen in diesem Segment. Dies ist vor allem dem runden OLED-Bildschirm des Infotainmentsystems mit einer Diagonale von 9,4 Zoll zu verdanken. Er besticht durch Design, Grafik und Reaktionsschnelligkeit, die Benutzeroberfläche selbst wirkt jedoch etwas überladen. Ohne den optionalen Projektionsbildschirm dient dieser gleichzeitig als Instrumentenanzeige – hinter dem Lenkrad befindet sich kein Bildschirm. Da wir diesmal den fast komplett in der Basisversion des Countryman getestet haben, ist das Armaturenbrett mit weichem Kunststoff statt mit Stoff bezogen, und das Lenkrad verzichtet auf perforiertes Leder sowie die dritte Speiche, die bei besser ausgestatteten Modellen aus Stoff gefertigt ist. Auch die Sitze, die bei höherwertigen Modellen mit Leder bezogen sind und sogar eine Massagefunktion für den Fahrer bieten, sind hier mit schlichtem grauen Stoff bezogen. Das stört mich nicht weiter, aber viele werden die fehlende Lordosenstütze bemängeln. Trotz all dem verfügt der Countryman über einen der interessantesten Innenräume in seinem Segment – und das sollte er auch, schließlich prangt immer noch ein Mini-Emblem auf dem Lenkrad.







Unter der Haube arbeitet ein 1,5-Liter-Dreizylinder-Benzinmotor, der mithilfe eines Turboladers 90 kW (122 PS) Leistung und 230 Nm Drehmoment entwickelt. Intuition sagt uns, dass dies für einen SUV mit einem Gewicht von über anderthalb Tonnen eher bescheiden klingt – und dieses Mal täuscht uns die Intuition nicht. Allein am Steuer beschleunigt der Countryman One in 10,5 Sekunden auf 100 km/h, mit Passagieren und Gepäck dauert es ein bis zwei Sekunden länger. Das sind jedoch nur Zahlen – in der Praxis bedeutet dies, dass man das Gaspedal recht weit durchtreten muss, wodurch der Motor beim Beschleunigen recht laut wird. Man muss den BMW-Ingenieuren, die für die Entwicklung dieses Motors verantwortlich sind, jedoch zugestehen, dass er deutlich leiser läuft als andere Dreizylindermotoren, und gleichzeitig ist die Frequenz seines Klangs nicht so störend – im Gegenteil, im Zeitalter der Elektromobilität ist er sogar recht angenehm. Und der Verbrauch? Rund sieben Liter pro hundert Kilometer.
Die Kraftübertragung auf die Vorderräder erfolgt über ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, das etwas direkter reagieren könnte. Gleichzeitig sorgt das Getriebe mit seinem relativ langen 7. Gang dafür, dass der Motor trotz seiner geringen Leistung bei Autobahngeschwindigkeit relativ leise bleibt. Allerdings störten uns die Motorvibrationen und das Ruckeln beim Fahren im Schritttempo aufgrund des geringen Drehmoments. Dieses Phänomen verstärkt sich mit zunehmender Fahrzeuglast, lässt sich aber durch die Auto-Hold-Funktion deutlich reduzieren. Das Problem bleibt jedoch bestehen.
Eines der Markenzeichen von Mini ist das Gokart-ähnliche Fahrgefühl. Da der Countryman für einen Mini jedoch recht groß und schwer ist, musste das Fahrgefühl entsprechend angepasst werden. So ist das Fahrwerk beispielsweise weicher abgestimmt als erwartet, aber gleichzeitig straff genug, um den dynamischen Charakter der Marke selbst beim weniger sportlichen Modell hervorzuheben. Aufgrund dieser Abstimmung werden Unebenheiten der Straße recht deutlich spürbar. Die Straßenlage ist für einen SUV sehr gut; das Auto folgt der vorgegebenen Spur perfekt, obwohl eine gewisse Seitenneigung noch vorhanden ist. Im Vergleich zu anderen Modellen der Marke ist auch die Lenkung deutlich anders: Sie erinnert nicht mehr an ein Gokart, sondern ist sehr direkt, präzise und angenehm gewichtet.
Der Countryman hat viele Vorteile. Meiner Meinung nach sind seine größten Pluspunkte jedoch sein großzügiges Platzangebot und seine hohe Nutzbarkeit. Fangen wir mit dem Kofferraum an: Mit 505 Litern Volumen ist er für die Außenmaße recht geräumig, lässt sich aber dank seiner durchdachten Form auch optimal nutzen. Wenn Sie mit kleinen Kindern unterwegs sind, die nicht viel Beinfreiheit benötigen, kann der Platz durch die verschiebbare Rückbank noch vergrößert werden. Apropos Rückbank: Auch für Erwachsene bietet sie mehr als genug Platz. Bei unserem Test saßen sogar drei Erwachsene bequem und überstanden die mehrstündige Fahrt problemlos.











Wenn wir all das zusammenfassen, kommen wir zu dem Schluss, dass der Countryman eine Kombination von Eigenschaften verkörpert, die man in der modernen Automobilwelt nur selten findet. Er ist ein vielseitiges Familienauto, das sich auch in Kurven gut fahren lässt und in seinem Segment der ansonsten eher unauffälligen Fahrzeuge so interessant ist, dass er sich abhebt. Darüber hinaus meistert er Bordsteinkanten und weniger anspruchsvolle Offroad-Strecken problemlos. Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, einen Countryman zu kaufen und auch mal abseits der Stadt unterwegs sind, empfehle ich Ihnen dringend, einen anderen Motor als den Basismotor zu wählen – der Countryman ist in vielen Varianten erhältlich, vom Dreizylinder-Basismotor bis hin zum aufgeladenen 300-PS-Modell JCW. Es gibt ihn auch als Diesel- und Elektroversion. Sie haben die Wahl.
















| TECHNISCHE DATEN | |
|---|---|
| MOTOR | 3-Zylinder-Reihenmotor; Hubraum – 1.499 cm³; Leistung – 90 kW (122 PS); Drehmoment – 230 Nm; Bohrung und Hub – 82,0 mm x 94,6 mm; |
| PRENOS | Antrieb – vorne; Getriebe – 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe; Bremsen – belüftete Scheibenbremsen vorne, Scheibenbremsen hinten; Vorderreifen – 225/55R18; Hinterreifen – 225/55R18; Wendekreis – 11,6 m; |
| KAROSSERIE | 5-türiges SUV; Segment – L (unteres SUV); Anzahl der Sitze – 5; Abmessungen (L/B/H) – 4.444 mm x 1.843 mm x 1.661 mm; Radstand – 2.692 mm; Spurweite vorn – keine Angabe; Spurweite hinten – keine Angabe; Bodenfreiheit – keine Angabe; |
| INNERE ABMESSUNGEN | Kofferraum – 505/1530 l |
| MASSE | Gewicht – 1.570 kg; Zuladung – 500 kg; zulässiges Gesamtgewicht – 2.070 kg; |
| KAPAZITÄT | Beschleunigung – 10,5 s auf 100 km/h; Höchstgeschwindigkeit – 194 km/h; Kraftstofftank – 54 l; WLTP-Verbrauch – 6,7 l/100 km; CO2-Emissionen – 152 g/km; |























