Fiat Multiplina Konzept: Neues, leichtes Elektrofahrzeug mit 4 Sitzen

Der Multipla feiert als Retro-Auto sein Comeback. Allerdings handelt es sich nicht um den zwar extrem vielseitigen, aber auch wenig ansehnlichen Fiat Multipla aus dem ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts, sondern um den Fiat 600 Multipla aus den 50er- und 60er-Jahren. Die Neuauflage präsentiert sich daher ebenfalls im Nachkriegsstil. Und es ist kein „normales“ Elektroauto, sondern ein elektrisches Leichtfahrzeug. Die entsprechende Studie wurde nun im Vatikan vorgestellt.

Das Multiplina Concept soll eine alltagstauglichere Version des kleinen Fiat Topolino sein. Während die „Maus“ nur zwei Sitze hat und der Fahrzeugklasse L6e angehört, die maximal 6 kW Dauerleistung und eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h erlaubt, soll die Serienversion des Multiplina vier Sitze bieten und der Klasse L7e angehören. Diese Klasse erlaubt bis zu 15 kW; die Höchstgeschwindigkeit ist nicht vorgeschrieben, in der Praxis sind jedoch üblicherweise 80 bis 90 km/h möglich.

Der neue Microvan wurde erstmals im Mai auf der Strategieveranstaltung der Stellantis-Gruppe vorgestellt. Dort, wo auch der Fiat Grizzly präsentiert wurde, war das Fahrzeug im Hintergrund einer Grafik zu sehen und wurde zunächst als Quattrolino bezeichnet. Nun wird erwartet, dass das Modell Multipla oder Multiplina heißen wird. Der endgültige Name steht noch nicht fest, aber Fiat-Chef Olivier François hat bereits deutlich gemacht, dass ihm der Name Multiplina gefällt und er beabsichtigt, ein solches Fahrzeug auf den Markt zu bringen. Der Multipla bzw. Multiplina soll zudem eine erweiterte Ausstattung erhalten; beispielsweise könnte er über eine Klimaanlage verfügen, die der Topolino nicht besitzt.

Der Fiat 600 Multipla war ein viertüriges Auto mit vier bis sechs Sitzen. Mit 3,53 Metern war er eine deutlich längere Version des regulären Fiat 600. Im Gegensatz zu diesem war er auch ein sogenannter „Fronttriebler“: Der Fahrersitz war weit nach vorn, über die Vorderachse, verlegt. Anstelle einer Motorhaube besaß der 600 Multipla eine steile Frontpartie, wodurch der Innenraum vergrößert wurde. Aus diesem Grund wird er mitunter als erster Lieferwagen der Automobilgeschichte bezeichnet.

Das Auto soll im Herbst dieses Jahres vorgestellt werden, die Produktion ist laut dem Magazin Autocar jedoch erst für 2028 geplant. Es wird voraussichtlich rund drei Meter lang sein, etwa so lang wie der Fiat 500 von 1957. Fiat möchte das Fahrzeug zwischen dem 2,54 Meter langen Topolino und dem 3,63 Meter langen Fiat 500 e positionieren.

Neben der Studie Multiplina präsentierte Fiat auch eine neue Version seines dreisitzigen Nutzfahrzeugs Tris. Diese soll mehr Platz und eine größere Batterie für eine höhere Reichweite bieten. Die Präsentation dieser Kleinfahrzeuge im Vatikan steht im Zusammenhang mit einer neuen Partnerschaft: Fiat wird dem nur 0,44 Quadratkilometer großen Vatikan 30 elektrische Pkw liefern. Dabei soll es sich um die Modelle Topolino und Tris handeln. Die ersten 20 Fahrzeuge wurden bereits ausgeliefert, wie das Magazin Autocar berichtet.

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Bojan Vrbnjak
Bojan Vrbnjak
F1-Enthusiast, Golf, Reiseliebhaber und Amateurfotograf.

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