Die Ergebnisse der jüngsten Studie weisen auf die räumlichen, sicherheitstechnischen und energetischen Folgen immer größerer Fahrzeuge hin, und die Forscher schlagen eine Größensteuer sowie Dimensionsbeschränkungen für Parkplätze vor.
Eine neue Studie von Transport & Environment (T&E) und Clean Cities hebt einen besorgniserregenden Trend immer größerer Autoabmessungen hervor: Neuwagen in Europa wachsen jährlich durchschnittlich um 1,2 Zentimeter in der Länge und jeweils einen halben Zentimeter in Höhe und Breite. Dieses kontinuierliche Wachstum hält seit dem Jahr 2000 an und setzt die städtische Infrastruktur zunehmend unter Druck. Sollten die Hersteller diesen Trend nicht umkehren, schätzt der Bericht, dass Städte bis 2040 zwischen 8,5 und 14 Prozent ihrer Parkplätze am Straßenrand verlieren werden. Allein in Berlin und London wären das rund 100.000 Parkplätze weniger.

Größere Autos schränken nicht nur den verfügbaren Platz ein, sondern wirken sich auch direkt auf die Sicherheit und den Energieverbrauch aus. Höhere Motorhauben verursachen nachweislich schwerere Verletzungen bei Kollisionen mit Fußgängern und Radfahrern. Setzt sich dieser Trend fort, könnten bis 2040 schätzungsweise 2.570 zusätzliche Todesfälle unter ungeschützten Verkehrsteilnehmern hinzukommen. Gleichzeitig benötigen größere und schwerere Fahrzeuge zwangsläufig mehr Energie: Die europäische Elektrofahrzeugflotte benötigt jährlich zusätzlich 22,5 Terawattstunden Strom, während Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor über 100 Millionen Barrel zusätzliches Öl verbrauchen würden.

Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, schlägt der Bericht strenge Regulierungsmaßnahmen vor, darunter eine gesetzliche Begrenzung der Motorhaubenhöhe auf 85 cm und der Fahrzeugbreite auf 192 cm. Die Autoren der Studie fordern außerdem die Einführung von Steuern und variablen Parkgebühren, die proportional zu den Fahrzeugabmessungen sind, und empfehlen spezielle Anreize ausschließlich für Elektrofahrzeuge unter 4,20 Metern Länge. Die Umsetzung dieser Lösungen wird zweifellos eine Herausforderung darstellen, da Hersteller mit größeren Modellen deutlich höhere Gewinnmargen erzielen und Käufer seit zwei Jahrzehnten eindeutig größere SUVs und Crossover bevorzugen.
