Der Jeep Avenger für das Modelljahr 2027 kommt mit technischen und optischen Änderungen und bietet den Kunden weiterhin die Wahl zwischen vier verschiedenen Antriebsoptionen: einem klassischen turbogeladenen Benzinmotor, einem E-Hybrid mit 48-Volt-Technologie, einem vollelektrischen Antrieb (BEV) und einer 4xe-Hybridversion mit Allradantrieb.
Das Herzstück des Avenger 4xe ist ein elektrifizierter Allradantrieb mit einer Systemleistung von 107 kW (145 PS). Basis bildet ein Dreizylinder-Verbrennungsmotor mit 1.199 cm³ Hubraum und 100 kW (136 PS), unterstützt von zwei Elektromotoren mit je 21 kW (29 PS). Einer davon ist direkt an der Hinterachse montiert und kann laut Jeep bis zu 1.900 Nm Drehmoment an die Hinterräder übertragen.




Die Kraftübertragung erfolgt über das eDCT6-Doppelkupplungsgetriebe. Mit einem maximalen Drehmoment von 230 Nm bei 1.750 U/min beschleunigt dieser Allradler in 9,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 194 km/h. Der kombinierte Kraftstoffverbrauch nach WLTP liegt bei 5,3 bis 5,4 Litern pro 100 Kilometer.
Hinsichtlich der Karosserie unterscheidet sich das 4xe-Modell deutlich von seinen Brüdern der gleichen Baureihe. Mit einer Länge von 4.113 mm ist es fast drei Zentimeter länger und mit einer Höhe von 1.582 mm rund vier Zentimeter höher als der Standard-Avenger. Auch der Radstand ist mit 2.563 mm etwas länger. Die Breite von 1,80 Metern entspricht der seiner zivilen Geschwistermodelle der Avenger-Baureihe.
Besonders hervorzuheben sind die verbesserten Geländeeigenschaften: Während die Modelle mit Vorderradantrieb eine Wassertiefe von 230 mm bewältigen können, verdoppelt das 4xe-Modell diesen Wert nahezu auf 400 mm. Zusätzlich verfügt es über leicht optimierte Fahrwerkswinkel von 22 Grad vorn und 35 Grad hinten sowie eine Steigfähigkeit von 21 Grad. Die Bremsanlage ist mit Bremsscheiben von 302 mm Durchmesser an der Vorderachse und 268 mm an der Hinterachse entsprechend dimensioniert.




Leider fehlen dem Avenger 4xe, anders als seinen größeren Brüdern der gleichen Baureihe, speziell entwickelte Offroad-Stoßfänger. Das bedeutet, dass der Kunststoff bei steilen Abfahrten schnell Bodenkontakt hat. Dies macht sich bereits bei kurzen Offroad-Fahrten bemerkbar. Der Avenger „Four by e“ (so spricht Jeep 4xe aus) ist daher vor allem als Zweitwagen für schneereiche Bergregionen interessant. Damit man dort mit dem weißen Schmuckstück einkaufen fahren kann.
Die 4xe-Version zeichnet sich optisch durch besondere Details wie vertikale rote Elemente am vorderen Stoßfänger, schwarze Markenembleme und eine rote Anhängerkupplung am Heck aus. Dieses Modell ist außerdem serienmäßig mit LED-Nebelscheinwerfern und einer Dachreling ausgestattet. Der Innenraum der Allradversion verfügt über strapazierfähige, abwaschbare grüne Zierelemente.
Die zusätzliche Allradantriebstechnologie wirkt sich auf das Gewicht aus. Mit einem Leergewicht von 1.455 kg ist das 4xe-Modell spürbare 175 kg schwerer als das schwächere 1.2 e-Hybrid-Modell, aber immer noch etwas leichter als die vollelektrische Version. Die maximale Nutzlast reduziert sich konstruktionsbedingt auf 375 kg, während die Anhängelast durchschnittlich 1.150 kg beträgt.




Der Heckmotor verringert auch das Kofferraumvolumen: Das normale Kofferraumvolumen beträgt dann nur noch 325 Liter (bzw. 1.218 Liter bei umgeklappten Rücksitzen). Wer auf erstklassigen Klang Wert legt, muss bei diesem Allradfahrzeug ebenfalls Kompromisse eingehen: Das optionale JBL Premium-Audiosystem ist in der Preisliste für die 4xe-Versionen ausdrücklich nicht aufgeführt.
Der Einstieg in die Welt des Avenger mit Allradantrieb ist drei höherwertigen, robuster ausgestatteten Varianten vorbehalten. Daher ist das 4xe-Modell nicht gerade günstig. Die „Upland“-Version startet bei 34.300 Euro und bietet bereits rote Designakzente, Dachreling und 17-Zoll-Leichtmetallfelgen in Schwarz mit M+S-Reifen. Darüber rangiert das Sondermodell „85th Anniversary“, das dem 85-jährigen Jubiläum der Marke Jeep gewidmet ist. Es kostet 35.900 Euro und bietet unter anderem Matrix-LED-Scheinwerfer, einen beleuchteten 7-Schlitz-Kühlergrill und eine spezielle Tartan-Innenausstattung.




Das Topmodell der Baureihe ist die Ausstattungslinie „Overland“ zum Preis von 36.500 Euro brutto. Sie zeichnet sich insbesondere durch ihr grünes Armaturenbrett mit topografischen Linien und Ambientebeleuchtung aus und verfügt serienmäßig über eine magnetische Tunnelabdeckung im typischen 4xe-Design. Die Sitze sind aus wasserabweisendem und besonders strapazierfähigem Material gefertigt.
Gibt es günstigere Allradfahrzeuge? Der kleine Suzuki Swift mit echtem Allradantrieb, inklusive Visco-Kupplung und Schaltgetriebe, ist ab 22.800 Euro erhältlich. Der Vitara 1.4 Boosterjet Hybrid Allgrip desselben Herstellers kostet ab 31.600 Euro. Der günstigste Dacia Duster Hybrid-G 150 4×4 in Deutschland kostet mindestens 27.490 Euro.




Bei KGM (ehemals Ssangyong) ist das Tivoli-Modell in der Avenger-Version mit Allradantrieb und 163 PS ab 20.990 Euro und mit Automatikgetriebe ab 22.990 Euro erhältlich. Einige warten gespannt auf den Fiat Grande Panda 4×4, der bereits als Konzeptfahrzeug vorgestellt wurde.
