50 Jahre Audi Fünfzylinder: Eine Symphonie der 1-2-4-5-3-Sequenz

Vom legendären Ur-quattro-Modell bis zum modernen RS 3 besticht der Fünfzylindermotor, der in diesem Jahr Abraham feiert, durch seinen unverwechselbaren Klang und seine technische Einzigartigkeit.

Anlässlich des Jubiläums ließ Audi die Gelegenheit nicht ungenutzt, seine außergewöhnlichsten Fünfzylinder-Kandidaten im Audi Museum in Ingolstadt zu präsentieren. Vom 1. August 2026 bis zum 28. Februar 2027 werden im Audi Forum 14 Exponate mit der besonderen Zündfolge „1-2-4-5-3“ gezeigt. Darunter befinden sich natürlich legendäre Modelle wie das Audi S2 Coupé, der 100 5E (C2) und der RS ​​3, aber auch weniger bekannte Gäste wie das Motorrad Megola und die Studie GT50. Die Ausstellung, die auf ausdrücklichen Wunsch vieler Audi-Fans entstand, fängt den Geist dieses technischen Meisterwerks perfekt ein.

Spricht man von der Marke Audi, denkt man unweigerlich an den quattro-Allradantrieb und natürlich an den Fünfzylinder-Reihenmotor. Dieser Paradigmenwechsel wurde wohl am deutlichsten durch die Gruppe-B-Rallyeautos sichtbar, die zwischen 1982 und 1986 auf Schotterpisten durch die Menschenmassen donnerten. Dieser unverwechselbare Klang hat sich in das Gedächtnis vieler eingebrannt und ist auch in etwas gedämpfterer Form in den Serienmodellen von Audi zu hören. Und das schon seit einem halben Jahrhundert, seit Audi 1976 mit der zweiten Generation des Audi 100 (C2) offiziell die Fünfzylinder-Ära einläutete.

Audi war jedoch nicht der erste Hersteller mit der Idee einer ungeraden Zylinderzahl; schon zuvor hatten viele andere diese Idee entwickelt. Der Fünfzylinder-Sternmotor tauchte bereits in den 1920er-Jahren in der Luftfahrtindustrie auf, und 1931 entwarf Ferdinand Porsche den „Volkswagen“ mit einem Fünfzylinder-Sternmotor. Die Konstruktion blieb jedoch lange Zeit in den Händen der Familie Porsche. Obwohl Mercedes 1974 den ersten Pkw mit Dieselmotor und Reihenfünfzylinder vorstellte, war der Motor in der Vorentwicklungsphase vom Ingenieurbüro von Ferdinand Piëch – dem Enkel von Ferdinand Porsche – entwickelt worden. Der charakteristische Klang ist hauptsächlich auf die spezielle Zündfolge 1-2-4-5-3 zurückzuführen. Reihenfünfzylinder erreichen eine höhere Leistung als Vierzylindermotoren und sind gleichzeitig kompakter als Sechszylindermotoren, benötigen jedoch Ausgleichswellen zur Vibrationsdämpfung.

Es sind genau diese technischen Merkmale, die dem Fünfzylinder-Reihenmotor seinen einzigartigen Charakter verleihen. Der Audi 100 war mit dem ersten Ingolstädter Motor ausgestattet, der über 2.144 cm³ Hubraum und eine Leistung von 100 kW (136 PS) verfügte und Audi damit ein neues Niveau an Leistung und Komfort im gehobenen Mittelklasse-Segment bot. Für die Marke war dies ein perfekter, kompakter und effizienter Kompromiss zwischen der Alltagstauglichkeit eines Vierzylinders und den Herausforderungen, die ein Sechszylinder in Bezug auf Platzbedarf und Gewichtsverteilung mit sich brachte. Audi ruhte sich nicht auf seinen Lorbeeren aus: 1978 folgte ein Zweiliter-Dieselmotor, und 1979 wurde mit dem Audi 200 5T der erste Fünfzylinder-Turbobenziner mit einer Leistung von 125 kW (170 PS) auf den Markt gebracht – ein klares Signal, dass es sich hier um weit mehr als nur eine Übergangslösung handelte.

Der große Durchbruch gelang 1980 mit dem unvergesslichen Audi „Ur-quattro“, der dank Turbolader, Ladeluftkühler und permanentem Allradantrieb eine völlig neue technische Kombination für Serienfahrzeuge bot. Mit einer Anfangsleistung von 147 kW (200 PS) bot er enormes Potenzial für Rallye und Motorsport und bildete die direkte Basis für die berüchtigten Gruppe-B-Rennwagen. Bereits 1982 belegte Michele Mouton den zweiten Platz in der Fahrerweltmeisterschaft, und Audi wurde Konstrukteursmeister, gefolgt vom Finnen Hannu Mikkola (1983) und dem Schweden Stig Blomqvist (1984). Bis 1986 dominierten diese Boliden mit bis zu 331 kW (450 PS) Rennstrecken und Schotterpisten weltweit.

Auch nach dem Ende der wilden Ära der Gruppe B verlor der Fünfzylinder-Reihenmotor nichts von seiner Bedeutung. Diesel- und Benzinmotoren für den Alltag wurden weiterentwickelt, Walter Röhrl gewann damit souverän das berühmte Bergrennen Pikes Peak, und Hurley Haywood siegte 1988 in einem Audi 200 quattro in der amerikanischen Trans-Am-Serie. Obwohl Mitte der 1990er-Jahre viele Fünfzylinder-Modelle durch neue V6-Motoren ersetzt wurden, feierte der Fünfzylinder-Reihenmotor 2009 im Audi TT RS ein fulminantes Comeback. Der quer eingebaute 2,5-Liter-Motor mit Turboaufladung und Benzin-Direkteinspritzung leistete beeindruckende 250 kW (340 PS). Mit der Einführung des Audi RS Q3 im Jahr 2013 war erstmals auch ein Kompakt-SUV mit diesem betont sportlichen Design erhältlich.

Seit 2021 kommt im aktuellen Audi RS 3 die neueste Evolutionsstufe des 2.5 TFSI-Motors zum Einsatz. Die kraftvollen 294 kW (400 PS) katapultieren den Kompaktwagen in nur 3,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und bieten ein Fahrgefühl, das dem Fahrer ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Fünf Jahrzehnte nach seinem Debüt steht der Fünfzylinder bei Audi nach wie vor für kompromisslose technische Begeisterung und Ingenieurskunst. Seine unvergleichliche Kombination aus Leistung, Klang, Vielseitigkeit und traditionsreicher Geschichte macht ihn zu einem legendären Bestandteil der Marken-DNA und lässt den Fahrer mit jedem Start ein Stück Automobilgeschichte neu erleben.

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